Abschiedsfoto: Sven Siebert verewigt sein auseinanderbrechendes Team. Foto: düse

Fußball-Landesligist verliert 14 Akteure des Liga-Kaders –
hat aber bereits 16 neue Kicker verpflichtet

Von Waldemar Düse.

Immerhin haben sie bereits eine Bleibe für die kommende Saison: Auch in der neuen Spielzeit wird Dersimspor seine Heimspiele am Kapellenweg auf der Anlage Viktoria Harburgs austragen können. Durchaus keine Selbstverständlichkeit für den harburgischen Fußballklub, nachdem ihm das Bezirksamt im August 2018 die weitere Nutzung der Sportanlage Baererstraße untersagt hatte. Das Verbot war seinerzeit auf sämtliche städtischen Anlagen Hamburgs ausgedehnt worden. Dersimspor hatte sich wiederholt nicht an vertragliche Vereinbarungen gehalten und war Anordnungen der Stadt nicht nachgekommen.
Den Klub stürzte das in eine existenzielle Krise. Er konnte seine aus einem halben Dutzend Teams bestehende Jugend-Abteilung nicht halten. Der Spielbetrieb bei den Erwachsenen konnte nur aufrecht erhalten werden, weil Dersimspor sich auf der Anlage Viktorias einmietete. Zuletzt war auch die Spielerdecke extrem dünn geworden, die Ligamannschaft hatte durch ein 0:15-Desaster in Altengamme auf sich aufmerksam gemacht.
Der rasante Abwärtstrend der vergangenen Monate hat den größten Teil der Beteiligten nachdenklich gemacht: Zum Saisonende werden bis auf
Umut Yildiz und Onur Capan die restlichen 16 Akteure des Ligakaders den Verein verlassen. Auch Trainer Sven Siebert hat erfolgreich um die Beendigung der Zusammenarbeit gebeten.
Mit Sammy Selcuk als neuem Trainer und Ricardo Medina als Co-Trainer sowie 16 neuen Akteuren hat Dersimspor aber bereits Nachfolger verpflichtet. Selcuk ist in Harburg kein Unbekannter, hat bereits in der Jugend-Abteilung des TV Meckelfeld und bei Grün-Weiss Harburg trainiert.
Wo Sammy Selcuk und Ricardo Medina ihren neuen Landesliga-Kader unterweisen werden, ist ein immer noch ungelöstes Problem. Am Kapellenweg darf zwar gespielt, aber nicht trainiert werden. „Wir wollen uns in der Landesliga etablieren und stabilisieren“, hatte Liga-
Obmann Mahmut Capan unlängst erklärt. Ohne regelmäßige Trainingsmöglichkeiten wird das ein frommer Wunsch bleiben.

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