Seit Dieter Karsten Kock seine „Dartitis“ erfolgreich überwunden hat, spielt der heute 45-Jährige wieder bei Turnieren mit. Foto: kreller
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Von Niels Kreller.

Schon seit Jahren ist das Landhaus Jägerhof der Treffpunkt für die Hamburger Dartsspieler. Und so wurden auch jetzt die Hamburger Meisterschaften wieder in Hausbruch „ausgeworfen“. Am Start war auch Dieter Karsten Kock (45) aus Neu Wulmstorf, der beim gerade abgestiegenen Bundesligisten AOD Buxtehude spielt. Zusammen mit seinem Teamkollegen Ole Blohm erreichte Kock im Herren-Doppel den zweiten Platz, geschlagen nur von Nico Ziemann und Rico Wengatz.
Dass Dieter Karsten Kock wieder am Darts-Geschehen teilnimmt, ist nicht selbstverständlich. Denn der Neu Wulmstorfer litt 13 Jahre lang unter „Dartitis“. Er mental nicht mehr in der Lage, den Pfeil zu werfen, loszulassen. „Der Arm bleibt dann einfach in der Beuge. Es war eine richtige Blockade“, so Kock.
Die Dartitis begann bei ihm Ende 2001/Anfang 2002. Ein Jahr später legte er die Pfeile beiseite. Dieter Karsten Kock war damals im Elektro-Darts unterwegs – unter den Top 50-Spielern in Deutschland. „Das hieß damals neun Turniere die Woche. Montag bis Freitag jeweils eines und am Wochenende zwei pro Tag.“ Damit ließ sich damals schon ein ordentliches Preisgeld erwerfen. So kamen der Leistungsdruck – und die Dartitis.
In Abständen von zwei Jahren probierte Kock dann aus, ob er den Pfeil wieder werfen konnte. Ab und an ging es für eine Weile, aber dann kam das Zucken wieder. Die letzten vier Jahre probierte er es gar nicht mehr. 2015 holte er sich für zuhause eine Dartsscheibe. „Ich hatte einfach Lust, wieder etwas zu tun. Nach einem Monat merkte ich, dass es wieder flüssig aus der Hand ging und habe dann wieder Turniere gespielt.“ Und das bis heute.
Wie er das geschafft hat? „Vielleicht ist das eine innere Geschichte“, meint Kock. Bei jüngeren Spielern sei der Ehrgeiz groß. „Und wenn man älter ist, betrachtet man das gelassener. Man lässt vielleicht durch seine Lebenserfahrung den Leistungsdruck nicht mehr so an sich ran.“ Irgendwann war Darts einfach wieder ein schönes Hobby. „Bestimmt sind auch meine Kinder daran beteiligt. Man sieht: Es gibt auch andere schöne Dinge im Leben“, meint Kock. Er ist verheiratet und hat Zwillinge. „Erfolgreiches spielen funktioniert nur, wenn der Partner mitspielt. Nur wenn Partner und Kinder Verständnis haben, funktioniert das“, weiß er heute.

Ergebnisse HH-Meisterschaft
Den Sieg bei den Herren sicherte sich der 29-jährige Daniel „The Flame“ Zygla aus Stade. Lokalmatador
Rico Wengatz vom 1. Dart Verein Harburg wurde Zweiter. Für ihn wird in der nächsten Saison das Augenmerk auf der DDV-Tour liegen. „Und dann möchte ich wieder in den Nationalkader kommen“, hofft er. Bei den Damen gewann Corinna Sehnert vor Carola Jacob.

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