Auch in der Barclaycard Arena wurden eifrig Stimmen ausgezählt. Foto: cvs
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Bezirkswahl: SPD bleibt im Bezirk Harburg knapp stärkste Partei, dicht gefolgt von den Grünen

Von Andreas Göhring.

Die Bezirksversammlung Harburg ist kräftig durchgeschüttelt worden. Die SPD ist weiter auf Talfahrt und hat die CDU mitgerissen. Dafür haben die Grünen die Zahl ihrer Mandate mehr als verdoppelt. AfD und FDP haben leicht zugelegt, die Linke leicht verloren. Und die Neuen Liberalen sind mit 2,2 Prozent draußen.
Noch hat niemand über eine neue Koalition gesprochen. Klar ist allerdings: Es wird keine Große Koalition mehr geben. Die 14 Sitze der SPD und die 10 Sitze der CDU reichen zusammen nicht mehr für die absolute Mehrheit. Wenn sich aber – wie in der Hamburgischen Bürgerschaft – SPD und Grüne über ein gemeinsames Programm einigen, könnte es reichen. Sie hätten 28 der insgesamt 51 Sitze.
Britta Herrmann (Grüne) scheint von dieser Idee noch nicht ganz überzeugt zu sein: „In den letzten Monaten hatten wir wechselnde Mehrheiten. Ich fand das sehr spannend.“ Das habe frischen Wind in die Bezirkspolitik gebracht.
Die Harburger Grünen wissen aber auch, dass die Gründe für ihren Überraschungserfolg nicht unbedingt in Harburg zu finden sind. „Wir hatten wunderbaren Rückenwind durch unsere Bundespartei“, sagt Kreisvorstandsprecher Andreas Finkler. „Sie hat auf die richtigen Themen wie die Klimapolitik gesetzt.“
Die Harburger SPD muss nun erst einmal ihre Wunden lecken. Bei der Bezirkswahl 2011 hatte sie noch die absolute Mehrheit, 2014 landete sie dann nur noch bei 38,6 Prozent, jetzt bei schlappen 27,1 Prozent. Zu dem mussten sie einen weiteren herben Verlust hinnehmen: Birgit Rajski, Vorsitzende der Bezirksversammlung, hat sich nicht in ihrem Wahlkreis durchgesetzt. Genosse Klaus Fehling hat ein paar Stimmen mehr geholt. Nun hat sie kein Mandat mehr. Dafür ist der Ex-Bürgerschaftsabgeordnete Frank Wiesner wieder zurück.
CDU-Kreischef Uwe Schneider gab sich keine Mühe, die 19,3 Prozent seiner Partei schön zu reden: „Das ist bitter.“ Die gesamte CDU habe es nicht geschafft, mit ihren Themen die Jugend anzusprechen. „Das muss besser werden“, sagte Schneider. Kleiner Trost: Weil die CDU den Wahlkreis 3 (Marmstorf) gewann, konnte sie in diesem Wahlkreis mit Rainer Bliefernicht und Martin Hoschützky sogar zwei Mandate erringen.
Auch in der Bezirksversammlung Mitte ist Einiges auf den Kopf gestellt worden. Die Grünen sind hier jetzt stärkste Partei, vor der SPD. In ihren klassischen Hochburgen konnten sich die Genossen aber wieder durchsetzen: In Wilhelmsburg kamen sie auf 31,5 Prozent, in Finkenwerder sogar auf 37,6 Prozent.

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