Auch in der Barclaycard Arena wurden eifrig Stimmen ausgezählt. Foto: cvs
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Ch. v. Savigny, Hamburg-West

Hamburgweit waren rund 1,4 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Laut vorläufigem Zwischenergebnis vom Montagabend müssen SPD und CDU herbe Verluste hinnehmen, während sich die Grünen stark verbessern konnten. Im Bezirk Altona kam die Umweltpartei auf 35,1 Prozent (plus 13 Prozentpunkte) und wurde somit klarer Wahlsieger. Die SPD erreichte gegenüber 2014 nur noch 20,4 Prozent (minus 9,6), die CDU rutschte auf 17,5 Prozent ab (minus 6,9). Die Linke holte 14,8 Prozent (plus 0,8 Prozent) der Stimmen, die FDP 6,8 Prozent (plus 2,4 Prozent) und die AfD 4,3 Prozent (plus 1,0 Prozent).

Von den 51 Mandaten der Bezirksversammlung gehen voraussichtlich 17 an die Grünen, elf an die SPD, neun an die CDU, acht an die Linke, drei an die FDP und zwei an die AfD. Da Bezirksamtsleiterin Liane Melzer (SPD) im Sommer abtritt, könnte ihr nun erstmals ein Kandidat der Grünen nachfolgen.
Die Wahlbeteiligung lag bei 65,4 Prozent und damit deutlich höher als noch vor fünf Jahren.

Bezirkswahl: In der Barclaycard Arena haben rund
900 Freiwillige mitgeholfen

Der Blick vom Oberrang der Barclaycard Arena hinunter in den Innenraum erinnert ein wenig an Mäuse im Labyrinth: Doch die rund 900 Wahlhelfer, die hier zwischen weißen Stellwänden fleißig Stimmen auszählen, sind keine Versuchstiere, sondern – sehr gewissenhaft – im Dienste der Demokratie unterwegs.

Wahlvorstand Ralf Pannek und sein Team sind gerade dabei, die Stimmzettel nach Parteien zu sortieren. Keine unkomplizierte Angelegenheit, da bei den Bezirksversammlungswahlen zweimal fünf Stimmen vergeben werden dürfen – bis das alles genauestens kontrolliert wurde, vergeht etwas Zeit. Gegen 16 Uhr hoffen die Helfer, an diesem Montag nach nach Wahl fertig zu werden.

„Alles normal, wir sind voll im Soll“, sagt Ralf Pannek zufrieden. Seit rund 20 Jahren meldet er sich regelmäßig als Wahlhelfer und Stimmenauszähler. „Ich habe ein tolles, eingespieltes Team, und es macht einfach Spaß, mal etwas anderes zu tun“, sagt er über seine Motivation.

Genau 80 der weißen Wahlvorstands-Boxen wurden in der Arena aufgestellt, in jeder einzelnen ist jeweils ein Team von acht Personen zugange. Für ihre Arbeit am Sonntag und am Montag erhalten sie eine Aufwandspauschale von etwa 150 Euro pro Nase. Weitere zehn bis 20 Bezirksamtsmitarbeiter sitzen in einem Nebenraum – dem Auszählzentrum – am Computer, von hier aus werden die gesammelten Daten direkt an das Statistikamt weitergeleitet. Aus Datenschutzgründen geschieht dies über ein Intranet, das keine Verbindung zum Worlwide Web hat.

„Bei uns landen unter anderem die schwierigen Fälle“, erklärt Olaf Suhr, Leiter des Auszählzentrums. „Wenn zum Beispiel jemand seinen Zettel nicht eindeutig ausgefüllt hat, dann müssen wir klären, ob man das werten kann oder nicht.“ Der Klassiker: ein Smiley anstatt des Kreuzes. „Gilt auch“, sagt Suhr. „Nur wissen das die wenigsten.“

Ergebnisse

Blankenese:
Grüne 33,3 (17,3) +16
CDU 28,0 (40,8) -12,8
SPD 15,6 (24,0) -8,4
FDP 13,2 (8,4) +4,8
AfD 4,5 (3,7) +0,8
Linke 4,4 (4,1) +0,3
Piraten 1,0

Groß Flottbek:
Grüne 36,8 (21,8) +15
CDU 25,2 (32,8) -7,6
SPD 16,1 (26,2) -10,1
FDP 11,3 (7,2) +4,1
Linke 6,2 (6,9) -0,7
AfD 3,4 (3,0) +0,4
Piraten 0,9

Iserbrook:
Grüne 32,5 (19,2) +13,3
SPD 25,9 (39,3) -13,4
CDU 18,3 (22,7) -4,3
Linke 8,3 (8,9) -0,6
AfD 6,5 (4,1) +2,4
FDP 6,5 (3,6) +2,9
Piraten 1,6

Nienstedten:
Grüne 32,3 (15,9) +16,4
CDU 30,4 (42,1) -11,7
SPD 15,8 (24,1) -8,3
FDP 13,1 (10,0) +3,1
Linke 4,3 (4,1) +0,2
AfD 3,3 (2,3) +1,0
Piraten 0,6

Osdorf:
Grüne 28,4 (15,1) +13,3
SPD 25,9 (35,0) -9,1
CDU 20,5 (29,0) -8,5
Linke 8,9 (9,2) -0,3
AfD 7,5 (5,0) +2,5
FDP 6,8 (4,5) +2,3
Piraten 1,5

Othmarschen:
Grüne 36,1 (19,4) +16,7
CDU 23,5 (34,7) – 11,2
SPD 16,7 (26,2) -9,5
FDP 11,9 (9,2) +2,7
Linke 7,4 (5,9) +1,5
AfD 3,5 (3,1) +0,4
Piraten 0,7

Rissen:
Grüne 31,8 (15,4) +16,4
CDU 25,8 (35,2) -9,4
SPD 19,6 (30,8) -11,2
FDP 9,3 (6,0) +3,3
Linke 6,9 (6,4) +0,5
AfD 5,4 (4,2) +1,2
Piraten 0,9

Sülldorf:
Grüne 35,5 (20,1) +15,4
SPD 20,9 (35,0) -14,1
CDU 19,0 (26,9) -7,9
Linke 7,9 (7,5) +0,4
FDP 7,5 (3,8) +3,7
AfD 6,5 (3,7) +2,8
Piraten 2,3

Altona-Altstadt:
Grüne 39,3 (30,3) +9,0
Linke 27,1 (27,5) -0,4
SPD 18,4 (25,5) -7,1
CDU 5,3 (7,8) -2,5
AfD 3,5 (2,5) +1,0
FDP 3,4 (1,5) +1,9
Piraten 1,9

Altona-Nord:
Grüne 44,4 (34,1) +10,3
Linke 26,1 (25,6) +0,5
SPD 15,8 (25,6) -9,8
CDU 5,3 (6,9) -1,6
FDP 3,1 (1,2) +1,9
AfD 2,4 (1,8) +0,6
Piraten 1,8

Bahrenfeld:
Grüne 39,5 (25,4) +14,1
SPD 21,2 (34,3) -13,1
Linke 19,6 (17,8)  +1,8
CDU 8,8 (13,1) -4,3
FDP 4,5 (2,0) +2,5
AfD 3,6 (3,0) +0,6
Piraten 2,0

Ottensen:
Grüne 44,6 (33,0) +14,6
Linke 22,2 (21,8) +0,4
SPD 17,5 (29,4) -11,9
CDU 6,9 (9,1) -2,2
FDP 3,8 (2,0) +1,8
AfD 2,2 (1,7) +0,5
Piraten 1,6

Sternschanze:
Grüne 45,8 (37,8) +8,0
Linke 31,4 (30,8) +0,6
SPD 11,3 (16,7) -5,4
CDU 4,8 (6,1) +1,3
FDP 3,1 (1,3) +1,8
Piraten 1,9
AfD 1,1 (0,9) +0,2

(Bezirksliste in Prozent, in Klammern Ergebnisse Bezirkswahl 2014, Veränderungen in Prozent)

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