Mitspieler und Anhänger feiern Marco Schultz’ Treffer zum Aufstieg. Foto: mg

Von Folke Havekost und Volker Stahl. Trainervater Behcet Algan legte in den Schlussminuten nur noch die rechte Hand aufs Herz, um seine Anspannung auszudrücken. Der Heider SV warf noch einmal alles nach vorn, doch die von Berkan Algan zusammengestellte Abwehr hielt: Durch das 1:1 gegen den Heider SV steigt Altona 93 in die Regionalliga Nord auf!

Nach einer verkrampften ersten Hälfte und dem 0:1 durch Joe Mittelbach (42.) erlöste Marco Schultz (51.) mit seinem Ausgleich die Mehrzahl der 3.485 Zuschauer – eine Kulisse, die das Hamburger Pokalfinale am Vortag bei weitem übertraf. „Wenn Menschen den Fußball lieben, kommen sie hierher auf die Adolf-Jäger-Kampfbahn“, sagt Klaus Stertz, der 1967/68 mit dem AFC in der Regionalliga gekickt hat. Dann zeigt der 69-Jährige auf die vollbesetzte Gegengerade in seinem Rücken: „Guck dich doch mal um, das ist doch geil hier!“

Zwei Zugänge für den Sommer stehen bereits fest

Damit es in der Regionalliga kein böses Erwachen gibt wie 2017/18, als Altona Tabellenletzter wurde, dürfte der Verein sich verstärken – auch wenn die finanziellen Möglichkeiten „nicht von hier bis Timbuktu“ reichen, wie es der völlig erschöpfte Coach Algan („Ich möchte jetzt nur noch schlafen“) bei der Aufstiegsfeier ausdrückte. Mit Stürmer Erdogan Pini (27, Drochtersen) und Defensiv-Talent Maximilian Daggott (18, Rot-Weiss Essen) stehen bereits zwei Verpflichtungen mit höherklassiger Erfahrung fest. „Vor zwei Jahren kam der Aufstieg überraschend, heute sind wir besser aufgestellt“, sagt Algan.

Und auf seine Fans kann sich Altona 93 ohnehin verlassen. „Hier stehen Anhänger von St. Pauli und des HSV friedlich nebeneinander“, schildert Florian, der selbst dem HSV zuneigt ist. Seine Freundin Tanja, in deren Herz neben Florian eher St. Pauli einen Platz findet, meint: „Das Engagement der Fans gegen Rechts ist ein ganz wichtiger Punkt, warum wir dem AFC die Daumen drücken. Es ist egal, ob jemand schwarz oder weiß ist: Hier halten alle zusammen.“

Der ehemalige Spieler Stertz glaubt und hofft derweil, dass sein Verein sich „dieses Mal aus eigener Kraft in der Regionalliga etablieren“ kann: „Altona 93 ist ganz wichtig für den Stadtteil, denn mit dem Klub verbindet man nicht die heute üblichen Millionensummen im Sport.“

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