Immer noch gut im Geschäft: Bernie Paul. Foto: pr
Anzeige


Christoph Kohlhöfer, Gross Flottbek

Elbe Wochenblatt: Lieber Bernie Paul, dieses Jahr wirst du im Rahmen der NDR 90,3 und Hamburg Journal Sommertour Groß Flottbek einen Besuch abstatten. Viele Leute freuen sich bestimmt auf deine Hits wie „Oh No No“. Wie schaffst du es, immer eine gute Stimmung auf die Bühne zu bringen?
Bernie Paul: Ich sehe das als Gesamtaufgabe, dass man auf der Bühne etwas so rüberbringen muss, dass die Leute Spaß haben. Ich will Begeisterung auslösen, und da ist dann auch Körpereinsatz und alles mit dabei.

Schon mit 15 Jahren hattest du deine erste eigene Band. Konntest du dir jemals vorstellen, etwas anderes als Musiker zu werden?
Musik war immer meine große Leidenschaft, und auf der Bühne stehen war mein Hauptziel – das war als Jugendlicher mit der Schülerband so, und das ist immer so geblieben. Meine Eltern wollten, dass ich etwas Ordentliches mache, also habe ich studiert. Aber ich wollte unbedingt wieder ins Musikgeschäft. So habe ich erst einmal als Betriebswirt in einer Plattenfirma angefangen – mit dem eigentlichen Ziel irgendwann ins Kreative zu wechseln.

Du hast auch viel Werbemusik geschrieben, die sehr bekannt geworden sind, zum Beispiel „Sail Away“. Wie kam es dazu?
Zufall! Ich hatte gerade einen Song für die olympischen Spiele in Los Angeles geschrieben, der in der Fertigstellung war – „Now or never“ hieß der. Da kam ein Anruf von einer Marketingfirma, sie bräuchten ganz dringend einen Song, der irgendwie an die raue See erinnert. Da habe ich einfach aus „Now or Never“ „Sail away“ gemacht. Eine halbe Stunde später war alles fertig und wurde ein großes Ding.

Du bist nicht nur Musiker, sondern auch Sportler, ehrgeiziger Schwimmer. In Flottbek findet jährlich das deutsche Spring- und Dressurderby statt. Wie steht es um deine Künste im Sattel?
Pferdesport hat mich einige Jahre sehr begeistert. Nachdem ich in den 90er-Jahren mit einer größeren Gruppe von Schauspielern und Sportlern für Unicef ein Trabrennen gefahren bin, habe ich mir sogar selbst ein Pferd gekauft.

Bei der Sommertour kommt der ganze Stadtteil zusammen – alt, jung, groß und klein. Was ist die besondere Herausforderung bei einem so gemischten Publikum?
Das ist mir das Liebste. Viele wissen ja gar nicht, dass es mich noch gibt, aber zu meiner großen Freude stelle ich fest, dass von jung bis alt meine Lieder ganz gut ankommen und viel mitgesungen wird.


Bernie Paul

Ende der 70er-Jahre veröffentlichte Bernie Paul mit „Lucky“ seine Debüt-Single – und landete gleich seinen ersten Hit. In den deutschen Charts stieg der Song bis auf Platz sechs. 1981 wurde dann schließlich zu seinem Jahr: Zunächst feierte er mit „In Dreams“ einen Hit, bevor er mit dem Lied „Oh No No“, das den zweiten Platz der Charts erklomm, seinen größten Erfolg hatte. In den weiteren Jahren arbeitete Bernhard Paul Vonficht – so sein bürgerlicher Name – vor allem als Songwriter und Produzent für andere Künstler. So stammt aus seiner Feder beispielsweise das Stück „Sail Away“, das unter anderem von Joe Cocker gesungen wurde.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here