Blick auf den Eingang West der Messe und das mögliche Baugelände. Foto: ms

Mateo Schneider, Sternschanze

Gerade wird die Neugestaltung der Lagerstraße beendet und das an ihr liegende Großmarkt-Hochhaus abgerissen. Wenn es nach dem Willen der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) geht, könnte das noch nicht das Ende der Baumaßnahmen auf dem an den Stadtteil angrenzenden Gelände südlich der Verbindungsbahn gewesen sein.
Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ plant die Messegesellschaft auf der gegenüber liegenden Straßenseite den Bau einer bis zu 8.000 Quadratmeter, also fußballfeldgroßen, Multifunktionshalle.

In dieser Halle sollen neben Messen auch Konzerte, Sport- und Firmenveranstaltungen sowie Preisverleihungen stattfinden können. Auf mobilen Tribünen sollen bis zu 4.600 Zuschauer Platz finden. Im Zuge des Hallenbaus soll nach den Vorstellungen der HMC auch gleich der gesamte Eingang West des Messegeländes in Gestalt eines bis zu 1.500 Quadratmeter großen Foyers umgestaltet werden.

„Mit einer neuen, multifunktionalen Messehalle könnte die HMC sowohl ihre räumlichen Kapazitätsengpässe bei bedeutenden Messen überwinden als auch qualitativ gestiegene Anforderungen des Veranstaltungsmarktes befriedigen“, kommentierte der neue Wirtschaftssenator Michael Westhagemann die Pläne gegenüber dem „Abendblatt“. Von den Auswirkungen auf die unmittelbar angrenzenden Noch-Wohnquartiere Karolinen- und Schanzenviertel war dabei nicht die Rede.

Dabei wurde im Stadtteilbeirat Sternschanze zuletzt im September 2018 sehr kritisch über das Geschehen auf dem Gelände diskutiert. Konkret über immense Lärmbelästigungen durch bereits regelmäßig stattfindende „Event-Veranstaltungen“, für die jeweils riesige mobile Hallen aufgestellt werden.

Und für den in den Konzept-Überlegungen vorgesehenen Basketball – damit kann eigentlich nur der Bundesliga-Aufsteiger Hamburg Towers gemeint sein – ist die Halle zu klein. Die Towers brauchen nach eigenen Angaben eine Halle, die 9.000 Menschen fasst und verfolgen in Hafen-City- und Elbbrückennähe eigene Hallenpläne.

Halle am Diebsteich
Messe oder Diebsteich? Wie der NDR meldet, prüft der Senat, eine 5.000 Zuschauer fassende Halle an der Waidmannstraße zu bauen. 2017 hatte die Stadt ein 47.000 Quadratmeter großes Grundstück vom Industriekonzern Thyssen-Krupp gekauft. Dort solten ursprünglich 1.000 Wohnungen gebaut werden. Das Gelände liegt in unmittelbarer Nähe des geplanten neuen Fernbahnhofs Altona, für dessen Bau momentan ein Baustopp des Oberverwaltungsgerichtes gilt.
Kultursenator Carsten Brosda hat dem NDR bestätigt, nach langer Suche habe man „eine sehr gute Fläche gefunden“. Noch laufe die Rahmenplanung. In fünf Wochen wolle die Baubehörde den Entwurf vorlegen. MG

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