Foto: Andre Lenthe/News4HH.de

Fast 7.000 Heimfelder mussten ihre Wohnungen verlassen – darunter auch die Bewohner zweier Senioreneinrichtungen

Die Entschärfung einer amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat einen Tag lang ganz Heimfeld in Atem gehalten. Am Vormittag war der 1.000 Pfund schwere Blindgänger bei Baggerarbeiten auf einem Grundstück am Milchgrund, Ecke Corduaweg entdeckt worden.
Bevor die Entschärfung beginnen konnte, mussten im Umkreis von 500 Metern fast 7.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen – darunter die Bewohner zweier Senioreneinrichtungen. „Die besondere Herausforderung bestand darin, dass rund 800 Menschen nur sitzend oder liegend aus der Gefahrenzone gebracht werden konnten“, erklärte Harald Krüger (Vorstand DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg). Notunterkünfte wurden in der Schule Ehestorfer Weg und im Heisenberg-Gymnasium in der Triftstraße eingerichtet.

252
Polizisten,
62 Feuerwehrleute und 90 Helfer waren
im Einsatz

Über 15.000 Menschen, die zwischen 500 und 1.000 Meter Entfernung vom Fundort wohnen, wurden von der Polizei aufgefordert, sich von Fenstern entfernt zu halten. Weil sich die Evakuierung der Menschen aus dem Gefahrenbereich hinzog, musste die ursprünglich für 18.30 Uhr angekündigte Entschärfung der Bombe mehrfach verschoben werden. Ab 21.45 Uhr wurde der S-Bahnverkehr zwischen Harburg und Neugraben eingestellt. Einen Busersatzverkehr gab es nicht. „Wegen der großräumigen Sperrung kann ein Ersatzverkehr nicht eingerichtet werden“, twitterte ein S-Bahn-Sprecher. Ein Ausweichen auf die Fernbahn war nicht möglich, auch diese Strecke war gesperrt, ebenso wie die B73 (Stader Straße).
Gegen 23.15 Uhr nahmen die Experten des Kampfmittelräumdienstes ihre gefährliche Arbeit auf. Der Blindgänger hatte zwei Zünder, von denen einer herausgebrochen war. Um kurz vor Mitternacht verkündete die Feuerwehr via Twitter: „Die amerikanische 1.000 Pfund schwere Bombe im Milchgrund in Heimfeld wurde entschärft. Alle Sperrungen werden zurückgenommen. Danke für Eure Geduld.“ Insgesamt waren 252 Polizisten, 90 Helfer von Hilfsorganisationen, neun Mitarbeiter des Bezirksamts sowie 62 Feuerwehrleute im Einsatz.

 

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