Langfristig soll er der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen: der Lieger Klütjenfelde. Foto: Jan Peters/SeHHafen

Bund: Sanierung des schwimmenden Werkstatt- und Kontorhauses geplant

Einst diente er als Büro, Lager und Werkstatt, in Zukunft soll er als Museumsschiff Besuchern die Welt des Hafens um 1900 näher bringen: Der Lieger Klütjenfelde wird für 390.000 Euro saniert. 195.000 Euro gibt der Bund dazu, kündigte nun der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs an. Derzeit hat das schwimmende Werk- und Kontorgebäude im Wilhelmsburger Spreehafen festgemacht, aber bis 1992 lag er viele Jahrzehnte im Klütjenfelder Hafen, wo heute die Hafenfähre 73 am Anleger Ernst-August-Schleuse festmacht.
Der Klütjenfelder Lieger wurde 1912 als reiner Ponton mit zwei Decks ohne Aufbau gebaut, diente zunächst als Anleger an den Altonaer Landungsbrücken bei der Fischauktionshalle. Ungefähr 1927 setzte die Ewerführerei Lütgens und Reimers eine fünf Meter hohe und 150 Quadratmeter große freitragende Werkhalle aus genieteten Stahträgern auf das Oberdeck. Fassade und Dach wurden mit Holz verschalt, ein Dielen-Zwischenboden mit Galerie und Hebevorrichtungen eingebaut.
Der Ponton-Rumpf hat 240 Quadratmeter Grundfläche. Er enthält noch historische Werkstatt- und Lagervorrichtungen. Das tiefer gelegene Unterdeck wurde mit Ladebaum und klappbarem Ladetür-Balkon als Schuten- und Barkassenanleger zum Be- und Entladen und für Reparaturen der Fahrzeuge genutzt.

Der Klütjenfelder Lieger ist der mit 25 mal 9,50 mal 6,50 Metern größte original erhaltene Hamburger Hafen-Lieger, wurde 2019 unter Denkmalschutz gestellt. Holzfassaden, Dach sowie Fenster und Türen müssen aber saniert werden, damit das derzeit leerstehende schwimmende Gebäude wieder genutzt werden kann.
Bis es damit losgeht, wird aber wohl noch einiges Wasser die Elbe hinunterfließen: Derzeit ist der Lieger in Privatbesitz. „Für den Lieger Klütjenfelde erarbeitet die Stiftung SeHHafen zur Zeit ein Konzept mit dem Ziel, weitere
historisch bedeutende kulturelle Treff- und Ankerpunkte auf dem Wasser zu etablieren“, sagt Jan Peters vom Vorstand der Stiftung. Drei Jahre habe man Zeit, ein detailliertes Konzept zu entwerfen. Peters hofft auch auf „neue Möglichkeiten“ für einen zukünftigen ‘Deichpark’, wenn die Deicherhöhungen abgeschlossen sind.
Im Augenblick hat ein anderer Lieger Vorrang bei SeHHafen: Der Lieger „Caesar“ wurde gerade im Spreehafen auf Vordermann gebracht, wird demnächst in der Hafencity festmachen.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here