Grüner Rasen auf dem Bildschirm: E-Soccer ist auch zum Zuschauen geeignet. foto: hfv:

Mateo Schneider, Hamburg-West

Der digitale Zug ist in Asien und den USA auf die Gleise gesetzt worden und hat mittlerweile auch Hamburg erreicht. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ihm den Namen E-Soccer gegeben. Zwischen Alster, Bille und Elbe ist der Hamburger Fußball-Verband (HFV) auf den Zug aufgesprungen.
E-Soccer wird auf der Basis des Spiels „FIFA 18“ auf der Playstation 4 im Modus Zwei gegen Zwei gespielt, zwei Halbzeiten zu jeweils sechs Minuten. Das Mindestalter der Spieler beträgt 16 Jahre. Der Verband nennt seine derzeit laufende „simulierte Spielrunde“, mit der die Einführung eines Spielbetriebs zum 1. Juli diesen Jahres geprobt werden soll, allerdings „eFootball“. Von den teilnehmenden zehn Vereinen kommen mit Komet Blankenese, dem ETV und SV Eidelstedt drei aus dem Westen des Stadtgebiets. Dabei sind für Komet gleich vier Teams am Start, für den ETV drei und für SV Eidelstedt zwei.

„Auf dem Verbandstag vor zwei Jahren wurde gefragt, welche Vereine möglicherweise an einer digitalen Spielrunde teilnehmen würden. Obwohl wir vorher im Verein darüber nicht gesprochen hatten, habe ich einfach den Arm gehoben“, blickt Volker Tausend auf die eher kuriose Entstehungsgeschichte des E-Soccer bei Komet zurück. Tausend, zugleich Fußball-Abteilungsleiter seines Vereins, gelang es, zunächst seine Kollegen im Abteilungsvorstand und dann den Gesamtvorstand mit seiner Begeisterung anzustecken. Sehr groß war die Zurückhaltung anfänglich bei den Jugendtrainern. „Die haben Angst gehabt, dass sie einige ihrer Spieler an die Konsole verlieren“, so Tausend. Unbegründet, wie sich erweisen sollte.

Unter dem Motto „Aus dem Zimmer in den Verein“ suchte Tausend in den sozialen Netzwerken erfolgreich nach Konsolenkünstlern. Für die wurde ein Besprechungsraum im Klubhaus zur „Players-Lounge“ umgestaltet, per Beamer werden die Spiele ins Vereinshaus übertragen. „Die Akteure pflegen einen tollen Umgang miteinander, die unschönen Begleiterscheinungen des Fußballs gibt es nicht“, betont Tausend. „Wir werden diesen Weg weiter gehen, E-Soccer wird eine eigene Abteilung im Verein werden.“

❱❱ Die nächste Spielrunde findet am Sonntag, 26. Mai, beim ETV in der Bundesstraße statt.

Das ist E-Soccer
Nach einer längeren verbandsinternen Diskussion hat der DFB einen verbandsoffiziellen Rahmen für E-Soccer geschaffen. „Konsens besteht darin, dass die unter dem allgemeinen Begriff E-Sport praktizierten Gewalt-, Kriegs- und Killerspiele nicht zu den satzungsgemäßen Werten passen, die der DFB sowie seine Mitgliedsverbände Kindern und Jugendlichen vermitteln wollen. Das Engagement der Verbände wird sich deshalb allein auf fußballbezogene Spiele und Formate beschränken“, heißt es dazu auf der Internetseite des Verbandes. Daher entschied sich der DFB für den offiziellen Namen „eSoccer“.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here