Viel Interesse: 2018 besuchten rund 1.000 zumeist junge Leute die Ausbildungsmesse, die versuchsweise an nur einem Tag stattgefunden hatte. 2019 sind - wie in den ersten Jahren - wieder zwei Tage angesetzt. Foto: pr

Jugendliche finden keinen Job, Unternehmen keinen Nachwuchs. Ein Ausweg aus diesem Dilemma könnte die sechste Ausbildungs- und Jobmesse sein, die der FC Süderelbe veranstaltet. Am Freitag, 17. Mai, und am Sonnabend, 18. Mai, jeweils von 10 bis 16 Uhr, versammeln sich mehr als 60 Unternehmen aus ganz Hamburg in der CU Arena direkt am Neugrabener Bahnhof. Angemeldet haben sich unter vielen anderen Airbus, die Deutsche Extrakt Kaffee, die Schornsteinfeger-Innung und der TÜV Nord. Als Schirmherr konnte Uwe Seeler gewonnen werden.
Fünf Jahre lang gab es die Ausbildungsmesse auf der Sportanlage Kiesbarg. „Angefangen haben wir 2014 mit ein paar Unternehmen aus Neugraben und Harburg“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Joachim Stoltzenberg. Inzwischen sind auch große Unternehmen dabei, das Interesse ist erheblich, die Sportanlage zu klein. Und: „Der Kiesbarg in Fischbek liegt einfach zu versteckt im Wald“, erklärt Stoltzenberg. Lehrer, die ihre Schüler zur Messe geschickt hätten, hätten oft die Rückmeldung bekommen, dass die Jugendlichen die Veranstaltung nur schwer oder gar nicht gefunden hätten. „Die Messe war 2018 aber trotzdem ein so großer Erfolg, dass wir uns entschlossen haben, 2019 mit ganz neuem Konzept zu starten.“ An nur einem Tag kamen 2018 rund 1.000 Besucher, 2017 an zwei Tagen 2.200 an den Kiesbarg.
„Besonderes Anliegen ist es uns, den jungen Leuten, die es bis jetzt in unsere Gesellschaft nicht oder noch nicht geschafft haben, Perspektiven ins Berufsleben aufzuzeigen. Von diesen jungen Menschen gibt es leider viel zu viele, besonders auch in den sozialen Brennprunkten südlich der Elbe“, so Joachim Stoltzenberg weiter.
Um den Anreiz für die Jugendlichen zu verstärken, haben die Organisatoren auch ein attraktives Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. So darf jeder Besucher, der sich Informationen bei mindestens drei Ausstellern geholt hat, an einem Torwandschießen teilnehmen. Der Gewinner erhält die Ausstattung für eine riesige Grillfete. Jeder Besucher, der am Freitag auf die Messe kommt, erhält zudem eine Freikarte für das Saisonabschlussspiel der Fußball-Oberliga des F.C. Süderelbe gegen den SC Condor, welches am selben Abend um 19 Uhr am Kiesbarg stattfindet.

So hilft der FC Süderelbe
Der FC Süderelbe ist seit Jahren sozial engagiert: 2012 starteten die Fußballer ihr Projekt „Ich will gleiche Chancen“ – das 2013 unter anderem mit dem Ian-Karan-Integrationspreis und dem Integrationspreis des Bezirkes Harburg ausgezeichnet wurde. 2016 der Höhepunkt: Bundeskanzlerin Angela Merkel übergab den „Großen Stern des Sports in Gold“ – eine außergewöhnliche Ehrung für einen Verein mit 892 Mitgliedern, von denen rund 680 Jugendliche und Kinder aus 25 Nationen sind.
Die Idee dahinter: Beim FC Süderelbe soll auch wer wenig Geld hat, Fußball spielen können. Die Familien von Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund sollen ebenfalls mitmachen. Dafür bietet der FC Süderelbe „Hilfe in allen Lebenslagen“. Das heißt: auch, wenn das Geld mal knapp ist: So schaffen die Sportler schon mal eine Waschmaschine heran, wenn die alte kaputt gegangen ist, organisieren Sprachunterricht oder Nachhilfe. „So konnten wir viele neue Mitglieder gewinnen“, sagt Stoltzenberg.

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