Die Wettern am Georgswerder Deich ist zurzeit hübsch anzusehen – allerdings sollte man sich ab und zu um deren Pflege kümmern. Foto: CVS

Der Entwässerungsgraben, der hinter dem Kleingartenverein (KGV) 723 am Niedergeorgswerder Deich verläuft, ist dieser Tage fast bis zum Rand gefüllt. Mit seinem vielen frischen Grün sieht er recht malerisch aus. Doch tatsächlich macht die Wettern, wie die Wilhelmsburger ihre zahlreichen Gräben nennen, eine Menge Arbeit.
„Letztes Jahr habe ich hier viel Zeugs rausgeholt“, meint Kleingartennutzer Kai-Uwe Peters und deutet auf einen rund einen Meter großen Haufen Weidenholz am anderen Ufer – darunter etliche dicke Stammabschnitte von bis zu 60 Zentimetern Durchmesser. „Die vom Räumdienst kommen nur einmal im Jahr, aber das reicht nicht“, meint er.
Mit dem KGV 723 hatte sich letztes Jahr der Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel beschäftigt. Das Problem: Bei Regen läuft die besagte Wettern schnell über – und dann heißt es „Land unter“ für die Laubenpieper in der Umgebung.

Viele unserer Mitglieder
würden das aus körperlichen Gründen nicht schaffen
Dirk Sielmann,
Landesbund der gartenfreunde

Dazu trägt auch der nahe Energieberg bei, von dessen Hängen das Wasser in solchen Fällen nahezu „sturzbachartig“ herunterkommen soll. Nach Auskunft der Grundbesitzerin – der Finanzbehörde – wurde der betroffene Graben im November letzten Jahres zwar „fachgerecht gereinigt“. Allerdings merken die Kleingärtner davon nichts: „Bei Regen ist bei uns nach wie vor alles überflutet“, sagt Cornelia Lehmann, Vorsitzende des KGV 723.
Dirk Sielmann, Chef des Landesbunds der Gartenfreunde (LGH), will nun die ganze Angelegenheit neu regeln: Künftig soll das Bezirksamt die schweren Arbeiten – wie etwa das Ausbaggern – übernehmen, die Gartennutzer wären dann für die „einfacheren“ Jobs wie etwa Grünpflege am Gewässerrand zuständig.
Hintergrund: „Viele unsere Mitglieder würden das ansonsten aus körperlichen Gründen nicht schaffen“, so Sielmann. Bisher sei (laut Pachtvertrag) lediglich festgelegt gewesen, dass sich Bezirksverwaltung und Kleingärtner gleichermaßen an solchen Aktionen zu beteiligen hätten. „Von einer Neuausrichtung würden beide Seiten profitieren“, sagt Sielmann.
Laut Finanzbehörde soll die nächste Reinigung in diesen Tagen durchgeführt werden. Dauerhaft möchte die Behörde jedoch nicht auf dieser Aufgabe sitzenbleiben. „Der LIG (Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen, d. Red.) hat die Reinigung in der Vergangenheit beauftragt und gezahlt, weil die vertraglichen Flächenzuordnungen im Verein nicht endgültig geklärt sind“, sagt Behördensprecher Claas Ricker. Sobald dies geschehen sei, müsse eine andere Lösung gefunden werden.

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