Es ist mehr als eine Floskel: Der scheidende Uwe Szczesny ist ein Kommunalpolitiker, der fehlen wird. Foto: Archiv CV
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Oliver Kroll, Hamburg-West

Nein, an der Scholle hängt er wirklich nicht. Ottensen, Rissen, Blankenese, Bahrenfeld und nun erst einmal Winterhude. Kommunalpolitisch Kundige wissen, dass ein Bezirksabgeordneter dort wohnen muss, wo die Wähler ihn leicht finden können.

Mit der Bezirksversammlung Altona ist nun also Schluss für Uwe Szczesny von der CDU. Nach 46 Jahren. Drei bis vier Sitzungen in der Woche gehörten dazu. „Zu Beginn saß ich im Kollegiensaal ganz weit hinten. Später ganz weit vorn; 24 Jahre in der ersten Reihe, 16 Jahre davon als Fraktionsvorsitzender“, so der 73-Jährige.
Der Kampf für einen Elbtunneldeckel , der Erhalt der Internationalen Schule für die Elbvororte, die Holzhäuser für Asylsuchende am Hemmingstedter Weg und anderenorts – das sind nur einige der Höhepunkte im politischen Leben von Uwe Szczesny.

Wer einmal den kürzlich aus der Bezirksversammlung als Fraktionschef verabschiedeten Vollblutpolitiker erlebt hat, wird ihn ob seiner Sachkenntnis, seiner Eloquenz und steten Sachlichkeit loben müssen. Wer von seiner Sache so viel versteht, kann es sich erlauben, sachlich zu bleiben.
Endstation in Sachen Quartier ist für Uwe Szczesny noch lange nicht. Den langjährigen CDU-Fraktionschef zieht es nun nach Frankreich. Nach fast drei Jahren des Suchens soll das neue Domizil an der Atlantikküste Frankreichs stehen. Genauer gesagt südlich von Biarritz, einem eleganten Seebad an der baskischen Küste im Südwesten Frankreichs.

Während seiner Blankeneser Zeit hatte er als Bewohner des Treppenviertels die Elbe vor der Tür. In Zukunft wird es die Biskaya sein. Als Segelrevier ein Unterschied wie zwischen Hering und Hai.
Zumindest mit Heringen kennt sich Uwe Szczesny bestens aus. Zum Abschied aus der Bezirksversammlung überreichte ihm Robert Jarowoy von den Linken eine Dose Surströmming, eine schwedische Fischspezialität aus gegärtem Hering, der sehr streng riecht. „Mache die Dose vorsichtig auf“, so Jarowoy zum scheidenden CDU-Mann.

Die eigene Fraktion schenkte ihrem langjährigen Vorsitzenden die Sitzungsglocke.
Auch die Grünen waren voll des Lobes. „Dass ich mal bedauere, dass ein CDU-Fraktionsvorsitzender nicht mehr antritt, hätte ich auch nicht gedacht“, so Christian Trede.

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