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Neu-Harburgerin „Jan“ ist 98 Jahre alt, 12,5 Meter lang und 2,6 Meter breit

Von Siegmund Borstel.

HARBURG. So ein Geschenk gibt’s nicht alle Tage. Der Verein Museumshafen Harburg (MuHaHar) ist jetzt stolzer Besitzer der Hamburger Hafenbarkasse „Jan“. 30 Jahre lang hatten sich Marta Riechel, Hans Horstmann und Rudolf Fenner liebevoll um ihr 1921 auf der Schüler-Werft in Uetersen gebautes Schiff gekümmert. Jetzt suchten sie einen Eigner, der die „Jan“ erhalten und pflegen kann – und fanden den Museumshafen Harburg.
Unter dem Namen „Irmgard“ war das 12,5 Meter lange und 2,6 Meter breite Schiff viele Jahre im Hamburger Hafen als Barkasse im Einsatz, beförderte Hafenarbeiter oder bugsierte auch mal Schiffe und Schuten. 1950 wurde die „Irmgard“ von der Werft M.A. Flint gekauft. Sie erhielt aus der Motorenfabrik Jastram in Hamburg-Bergedorf einen
40 PS starken Zwei-Zylinder-Dieselmotor, der ursprüngliche Benzinmotor wurde ausgebaut. Die „Jan“, so lautete der neue Name der Barkasse, konnte jetzt mit sechs Knoten durchs Wasser fahren.

Wir wollen die „Jan“ der
Öffentlichkeit zugänglich
machen
Adrian Carstens,
MuHaHar

1981 kauften Marta Riechel, Hans Horstmann und Rudolf Fenner die „Jan“. Seitdem war sie als private Motorbarkasse in Hamburg unterwegs und machte auf ihre alten Tage sogar Fahrten bis nach Frankreich. „Doch weil Menschen schneller altern als Schiffe, suchte das Eigner-Trio einen neuen Eigner für die „Jan“, erläutert Adrian Carstens (MuHaHar).
Der Verein Museumshafen Harburg hat mit seiner Barkasse große Pläne. „Wir wollen die ‘Jan’ der Öffentlichkeit zugängig machen, damit jeder die Technik und das wunderbare Tuckern des 2-Zylinders erleben kann“, erläutert Adrian Carstens (MuHaHar). „Wir werden hierfür kostenlose Rund- und Schaufahrten während einer unseren vielen Veranstaltungen, etwa auf dem Harburger Binnenhafenfest am 1./2. Juni, anbieten oder auch einfach mal die Technik am Kai zeigen sowie erklären. Außerdem werden wir die ‘Jan’ auch wieder für ihre ursprüngliche Arbeit einspannen und als Hafenbarkasse zum bugsieren von Schiffen im Hafen verwenden.“
Dafür benötigt der MuHaHar viele helfende Hände. Adrian Carstens: „Wir freuen uns über Menschen, die bei uns an der ‘Jan’ arbeiten möchten und/oder lernen möchten, diese zu fahren.“ Interessenten können sich per E-Mail an info@muhahar.de melden.
Der Museumsverein plant, seine Barkasse als fahrendes Denkmal registrieren zu lassen. Um den Erhalt der Barkasse dauerhaft sicherzustellen, müssen jetzt Spenden in fünfstelliger Höhe gesammelt werden. Adrian Carstens: „Doch zunächst sind wir stolz und glücklich, das Schiff übernommen zu haben und danken den Stiftern für diese einzigartige Schenkung.“

Museumshafen Harburg e.V.
Kanalplatz 6
21079 Hamburg

www.muhahar.de

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