Dieser Bahndamm bleibt wohl auch künftig ein Bahndamm. Foto: ms
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Von Mateo Schneider. Politik und Verwaltung haben bei ihren Plänen zur Bebauung des Bahndamms am S-Bahnhof Sternschanze einen vorläufigen Rückzieher gemacht. Auf seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag, 25. April, ist der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und regionale Stadtteilentwicklung einer Beschluss-empfehlung des Bezirksamtes Altona gefolgt, „den Planungsprozess für diese Fläche ruhen zu lassen und die Gespräche über die Entwicklung der Fläche am Bahndamm mit den Bewohnern der Sternschanze zu gegebener Zeit wieder aufzunehmen.“

Auslöser dieses durchaus überraschenden Innehaltens ist eine Online-Befragung aus dem Herbst 2018. In dieser hätten sich „viele Anwohner vehement“ gegen den geplanten Umzug der noch an der Sternbrücke beheimateten Musikclubs Astra-Stube, Fundbureau und Waagenbau sowie die Schaffung von Gewerbeflächen ausgesprochen, so das Bezirksamt. Sie fürchteten, „dass mit der Ansiedlung der Clubs weitere Lärm- und Müllbelastungen einhergehen könnten und die ,Partyfizierung’ im Stadtteil weiter befördert würde“.

An der Online-Befragung des Bezirksamtes hatten 1.192 Personen teilgenommen, 39 Prozent von ihnen aus angrenzenden Stadtteilen, 22 Prozent aus dem Stadtteil selbst und 13 Prozent aus dem direkt an die S-Bahn-Station angrenzenden Gebiet. Weitere 22 Prozent waren Hamburger, fünf Prozent Auswärtige. Vom Tisch sind die Pläne damit offensichtlich aber noch nicht, auch wenn Holger Sülberg, Sprecher der Grünen im Ausschuss, sagt: „Die Ansiedlung der Sternbrücken-Musikclubs an den Bahndamm ist kaum noch zu erwarten.“ Nach den Bezirksversammlungswahlen am Sonntag, 26. Mai, werde sich die neu gewählte Bezirksversammlung erneut mit dem Thema Bebauung des Bahndamms befassen, so Sülberg weiter.

Erstaunlich gelassen reagierte Clubbetreiber John Schierhorn auf den Beschluss. Zum einen gebe es seitens der Bahn AG „Signale, dass wir deutlich länger bleiben können“ als das ursprünglich genannte Ende 2019, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Zum anderen sei die Zusammenarbeit mit dem Bezirk „bislang sehr gut gewesen.“ In den Ohren der die Bebauung ablehnenden Bewohner dürfte das wie ein Warnsignal klingen.

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