Training vor Blankenese: Marla Bergmann und Hanna Wille. Foto: MSC/homas Krätzig und Patrick Böhmer

Von Jens Beeskow. Jung, dynamisch und ausgesprochen ehrgeizig: Mit der erst 17 Jahre alten Marla Bergmann und der 18-jährigen Hanna Wille sorgen derzeit zwei Hamburgerinnen vom Mühlenberger Segel-Club (MSC) für Aufsehen in der internationalen Segelwelt. Als erstes Hamburger Damen-Duo starten die beiden in der rasanten olympischen Klasse 49er FX durch.

Die MSC-Eigengewächse haben mit etwa sieben Jahren im Opti mit dem Segeln begonnen und haben früh große Begeisterung und den Ehrgeiz entwickelt, möglichst erfolgreich zu segeln. Sie schafften den Sprung in den Hamburger Kader und vertraten den Deutschen Segler-Verband bereits bei den Europameisterschaften 2017 in Athen in der Jugendbootklasse 420er. Seitdem sind Marla Bergmann und Hanna Wille ein durchaus erfolgreiches und für die Zukunft hoffnungsvolles Team.

Nach einer kurzen Pause, in der Marla zu einem Austauschjahr in Kanada weilte, entschieden sich die beiden Segel-Youngster, den Sprung in eine olympische Bootsklasse zu wagen. Als erstes Hamburger Damenteam stiegen sie um in den spektakulären 49er FX. Dies ist eine vergleichsweise junge sowie eine der schnellsten Bootsklassen überhaupt.

Wille/Bergmann beschreiben die Bootsklasse recht plastisch: „Als Steuerfrau muss man sich zunächst mit einem Trapez und zwei Pinnenauslegern zurechtfinden. Aber auch der Vorschoter muss sich erst an die Kontrolle der drei riesigen Segel gewöhnen. Als sei das nicht schon genug, muss man zusätzlich durch das Boot rennen und stets aufpassen, dass das Boot nicht umkippt oder einer der Flügel ins Wasser taucht und bremst.“

Seit einem guten halben Jahr trainiert das junge Team nun in der „fliegenden Kiste“, wie die 49er auch scherzhaft genannt werden. Mittlerweile sind Marla und Hanna zudem Teil der Schülertrainingsgruppe des Deutschen Segler-Verbandes. Im März dieses Jahres deuteten die Hamburgerinnen bereits an, wohin die Reise gehen könnte: Bei der Princess Sophia Trophy vor Mallorca erreichten sie in einem Rennen vor der kompletten Weltelite die erste Rundungsmarke, und am Ende stand ein sensationeller dritter Platz zu Buche. Ein Saisonauftakt, der die Elbmädels glücklich macht und durchaus auf mehr hoffen lässt. Klares Ziel der ehrgeizigen Segel-Girls ist schon jetzt Olympia, wo es 2016 in Rio de Janeiro Erik Heil und Thomas Plößel vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg-Uhlenhorst mit Bronze in der 49er-Klasse vorgemacht haben.

Im Juni steht mit der Kieler Woche das nächste Highlight auf dem Programm, bevor es im Sommer bei der Junioren-WM in Norwegen auf Medaillen-Jagd geht. Bis dahin kann man durchaus mal auf Alster oder Elbe einen Blick riskieren, wenn zwei Mädels in rasantem Tempo vorbeisegeln.

❱❱ www.msc-elbe.de

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