01.08.2015 Schloßhotel Ballenstedt

Wochenblatt-Aktion: Kostenlose Beratung zum Thema „Alkohol“ –
das antworteten die Experten auf die Fragen der Leser

Von Birgit Malchow, Hamburg/Köln

Bei der kostenlosen Wochenblatt-Telefonaktion zum Thema „Alkohol“ konnten Leser sich von Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beraten lassen. Hier eine Übersicht über die häufigsten Fragen und die dazu gehörigen Antworten der BZgA-Beraterinnen.

Frage: Mein Sohn (26) trinkt zu viel. Wenn er abends mal bei uns ist, werden drei, vier Flaschen Bier leer. Wahrscheinlich trinkt er sonst noch mehr. Aber dass lässt sich ja nicht kontrollieren …
Antwort: Eine Kontrolle würde auch nichts nützen. Wer trinken will, findet immer Wege, die nicht kontrolliert werden können. Teilen Sie ihm lieber ganz sachlich mit, dass Sie sich Sorgen machen. Bleiben Sie dabei möglichst in der Ich-Form. Sie können ihm auch den Vorschlag machen, eine Fachberatungsstelle aufzusuchen, um das Thema mit Experten zu besprechen. Adressen finden Sie zum Beispiel unter www.kenn-dein-limit.de. Hier werden nicht nur abhängige Menschen beraten, sondern auch jene, die ihren Alkoholkonsum überdenken möchten.

Aber wenn mein Sohn keine Beratung will – was dann?
Versuchen Sie trotzdem, den Kontakt zu halten, auch wenn er erst einmal nichts an seinen Trinkgewohnheiten ändern will. Es sind viele Schritte nötig, um vom Alkohol wieder weg zu kommen.

Ich will jetzt in der Fastenzeit eine Alkohol-Pause machen, bin aber unsicher, ob ich ohne mein Feierabendbier klarkomme. Haben Sie einen Rat?
Ignorieren Sie Gedanken wie: „Ich brauch’ jetzt dringend ein Bier.“ Sagen Sie sich stattdessen: „Jetzt fällt es mir gerade sehr schwer, nichts zu trinken. In fünf Minuten wird das aber anders aussehen.“ Holen Sie sich Unterstützung, zum Beispiel bei der Online-Fastenaktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Mit Rückmeldungen motiviert das Team von „Kenn dein Limit“ zum Durchhalten, gibt Tipps und liefert alkoholfreie Alternativen für die Fastenzeit. Anmeldung unter www.kenn-dein-limit.de

Mein Partner ist letzte Woche im Suff mir gegenüber gewalttätig geworden. Er hat daraufhin versprochen nicht mehr zu trinken. Ich liebe ihn noch und möchte es gern glauben. Aber sicher bin ich nicht.
Setzen Sie sich eine Frist, zum Beispiel sechs Wochen. Notieren Sie in dieser Zeit, was vorfällt. Vielleicht fällt Ihnen danach die Entscheidung leichter zu gehen oder zu bleiben. In jedem Fall möchte ich Sie ermutigen, eine Frauenberatung in Anspruch zu nehmen, damit sie für eventuelle Anzeichen erneuter Gewalt sensibilisiert werden. Adressen finden Sie zum Beispiel unter www.dajeb.de. Außerdem sollten Sie wissen: Es gibt auch noch ein Leben jenseits von Partnern, die trinken und gewalttätig werden.

Wenn ich nach Hause komme, gieße ich mir immer ein Glas Wein ein, um zu entspannen. Mehr wird es in der Regel nicht. Ist das in Ordnung?
Was die Menge betrifft, liegen Sie im Limit. Für gesunde erwachsene Männer sind das 24 Gramm Rein-Alkohol täglich, das entspricht etwa zwei Gläsern Bier oder einem Viertel Wein oder einem doppelten Schnaps. Bei Frauen ist es die Hälfte. Aber zwei Tage in der Woche sollten Sie abstinent bleiben, damit sich keine falschen Gewohnheiten entwickeln. Sonst werden aus einem Glas schnell zwei und mehr. Der Körper gewöhnt sich an den Alkohol. Und um immer wieder den gleichen Effekt zu erzielen, muss man die Dosis erhöhen.

Was kann passieren, wenn man täglich zwei, drei Bier und ein paar Schnäpse trinkt?
Es kann – neben sozialen – auch zu gesundheitlichen Problemen kommen, zum Beispiel zu leichten Magenbeschwerden, Müdigkeit oder Schlafschwierigkeiten. Mit der Zeit kann die Leber verfetten und sich entzünden und langfristig beispielsweise eine Herz-, Hirn- oder Nervenschädigung auftreten. Dauerhaftes übermäßiges Trinken begünstigt auch das Entstehen von Krebs, zum Beispiel von Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs oder Brustkrebs. Außerdem ist die Gefahr groß, dass man bei langfristigem, starkem Alkoholkonsum in eine Sucht abrutscht.

Hilfe
Sucht-Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mo-do 10-22 Uhr, fr-so 10-18 Uhr unter Tel 0221/89 20 31.

www.null-alkohol-voll-power.de

www.kenn-dein-limit.info

www.kenn-dein-limit.de

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