Nadelöhr Süderelbbrücke: Nur ein Weg führt nach Harburg. Foto: mag

Andreas Göhring, Hamburg-Süd

So kann es nicht weitergehen! Das hat jetzt auch Verkehrssenator Michael Westhagemann erkannt und sich zu einem Gespräch mit den Chefs der S-Bahn Hamburg verabredet. Tatsächlich wird den täglich rund 130.000 Fahrgästen eine Menge zugemutet: Verspätungen, Zugausfälle, Gleissperrungen, umgestürzte Bäume, planlose und nicht enden wollende Reparaturarbeiten. Mehr noch: Der Schienenersatzverkehr – wenn er denn funktioniert – bringt den Pendlern zusätzlichen Stress, für Tausende Fahrgäste ist er zu einem Reizwort geworden.

Weitere Hiobsbotschaften heizen die Stimmung zusätzlich auf: Die Bahn AG wolle die Fernzughalts im Bahnhof Harburg radikal zusammenstreichen, verkündete die Harburger SPD nach einem langen Blick in den Online-Fahrplan. Inzwischen ist die Bahn ein wenig zurückgerudert, hat Bauarbeiten verschoben und die Kürzungen vorläufig ausgesetzt.

Das Unbehagen bleibt, und einer der wenigen wirklich aktiven Interessenvertreter Harburgs in der Bürgerschaft, Sören Schumacher (SPD), stellte sich mit seinem Fraktionsvorsitzenden Dirk Kienscherf vor eine Kamera und verkündete frohe Botschaften: Die SPD-Fraktion habe in einem Antrag gefordert, dass künftig alle Fernzüge in Harburg halten. Das würde den Hauptbahnhof entlasten. Ob der Antrag wirkt, wird sich frühestens nach der Wahl zur Bezirksversammlung am 26. Mai zeigen.

Doch damit nicht genug. In der vergangenen Woche kam der nächste Schlag für die Pendler aus dem Süden Hamburgs: Die Eisenbahnbrücke über die Süderelbe ist marode und muss ersetzt werden. S-Bahn, Metronom, Fernzüge, Güterzüge – alles muss über die Brücke. Was heißt das für alle Nicht-Autofahrer? Das ist noch nicht raus, denn die Planungen für den Neubau sollen erst in 2020 beginnen. Vorher ist alles Spekulation.

Klar ist nur dies: Irgendeine andere ÖPNV-Verbindung über die Elbe wird es so schnell nicht geben. Die Bezirksversammlung hat entsprechende Anträge zu Zeiten der Harburger Große Koalition stets abgelehnt, kam bei wechselnden Mehrheiten mal ein Antrag durch, stoppte ihn eine Fachbehörde. Die Grobplanungen für das Hamburger Schnellbahnnetz bis 2035 sind bekannt. Eine zweite Trasse, auf der Störungen umfahren werden könnten, kommt da nicht vor.

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