Die Zwölftklässler Giovanni und Llauré machen bald ihren Abschluss an der Internationalen Schule Hamburg. Foto: jve
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Julia Vellguth, Klein Flottbek

Seit 60 Jahren ist die Internationale Schule Hamburg (ISH) in den Elbvororten ansässig. An ihrem vierten Standort am Hemmingstedter Weg lernen Kinder und Jugendliche aus mehr als 50 Nationen zusammen.
Die ISH war die erste Internationale Schule in Deutschland und wurde 1957 am Harvestehuder Weg eröffnet. 1959 zog die Privatschule nach Othmarschen in das Gebäude an der Waitzstraße, in dem heute die Volkshochschule untergebracht ist. Am Holmbrook war die Internationale Schule ab 1973 beheimatet, bevor sie 2010 in den Neubau am Hemmingstedter Weg zog.

763 Schüler besuchen zurzeit die einzige rein englischsprachige Schule in Hamburg, die mit dem Early Childhood Center, einer Art Kindergarten, im Alter von drei Jahren startet. Die anderen Schüler verteilen sich auf die Junior School (Klasse eins bis fünf) und die Secondary School (Klasse sechs bis zwölf). „Für unsere Schule entscheiden sich Eltern, die aus anderen Ländern zum Arbeiten hierher kommen und für eine begrenzte Zeit in Deutschland leben“, erklärt Andrew Cross, seit 2016 Schulleiter der ISH. „Einige wollen auch, dass ihre Kinder Englisch auf einem hohen Niveau lernen und mit ihrem Abschluss leichter an Top-Universitäten genommen werden.” Während ein Großteil der Schüler aus Indien, den Niederlanden, Großbritannien und den USA stamme, kämen auch rund 30 Prozent aus deutschen Familien, weiß Andrew Cross. Viele Eltern würden sich für die ISH wegen des Schulabschlusses entscheiden, das IB Diploma (International Baccalaureate), das weltweit hohe Anerkennung genieße. Auch ein Wechsel an andere Internationale Schulen auf der Welt sei durch den standardisierten Lehrplan einfach.

Schulleiter Andrew Cross, der aus Kanada stammt, lebt mit seiner Familie seit sieben Jahren am Hamburger Stadtrand und hat zuvor an Internationalen Schulen in Belgien, der Türkei, Japan und Venezuela gearbeitet. Zwei seiner drei Kinder besuchen ebenfalls die ISH. Ein besonderes Miteinander zeichne die Schule aus, meint er: „Ich habe großen Respekt vor dem deutschen Schulsystem, aber an der Internationalen Schule erleben die Schüler verschiedene Kulturen, Glaubensrichtungen und Werte des Internationalismus. Hier können sie die Welt durch die Augen von anderen sehen.” Ein Schwerpunkt der Schule liege auf sozialen Projekten vor Ort sowie an der Partnerschule in Sri Lanka. „Die Schüler sollen lernen, dass man etwas zurückgeben sollte”, meint Andrew Cross.

Durch die Jobwechsel ihrer Eltern blieben die meisten Schüler an der ISH im Schnitt drei bis vier Jahre, erklärt Cross, ein Schulbesuch von der ersten bis zur zwölften Klasse sei hier eine Seltenheit. „Wir haben eine Fluktuation von 15 Prozent pro Schuljahr. Man kann jederzeit einsteigen.” Auch Schüler staatlicher deutscher Schulen könnten noch vor dem IB Diploma in der neunten oder zehnten Klasse auf die Internationale Schule wechseln. Aufnahmetests entscheiden über die Annahme an der Schule, man bemühe sich, alle internationalen Schüler anzunehmen. Und wer die hohen Schulgebühren (momentan zwischen 10.420 und 20.300 Euro im Jahr) nicht aufbringen könne, könne sich für eine finanzielle Unterstützung bewerben.

Kontakt zu den Schulen der Umgebung haben die Schüler der ISH hauptsächlich durch Sportgruppen. Zum 60. Jubiläum der Internationalen Schule wurden zwar die Grundschulen der Umgebung eingeladen, „aber wir würden gerne mehr Austausch haben”, so Cross. Auch eine Verständigung auf Deutsch sei durchaus möglich, schließlich sei der Deutschunterricht an der ISH bis Klasse zehn Pflicht.

„Ich bin inspiriert von der Vielfältigkeit, der Energie und dem Enthusiasmus an dieser Schule”, sagt der Schulleiter. Das sieht der Zwölftklässler Giovanni ähnlich: „Wir können uns glücklich schätzen über das breite Angebot. Man kann viele Kulturen und Perspektiven kennen lernen.” Der 17-jährige Italiener hat schon in verschiedenen Ländern Internationale Schulen besucht und hat für die Zeit danach bereits die Zusage für einen Studienplatz an der renommierten Wirtschaftsuniversität in Mailand. „Nach dem IB steht dir die Welt offen”, so Giovanni. Auch die Schülerin Llauré, halb Südafrikanerin, halb Deutsche, weiß ihre Schule zu schätzen. „Die ganze Atmosphäre ist angenehm, man motiviert und unterstützt sich gegenseitig”, so die 17-Jährige. Die Internationale Schule gebe einem die Möglichkeit, durch Kreativität und viel praktische Arbeit seinen individuellen Weg zu gehen.

❱❱ www.ishamburg.org

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