Beim nächsten Mal wird wieder etwas Leckeres auf den Tisch kommen, soviel ist schonmal sicher: Vielleicht ein Menü aus Kabsa’t Dajaj, ein arabisches Reisgericht mit Hühnchen, dazu eine vegetarische Variante. Weiterhin Ayran, Rote-Bete-Salat und zum Nachtisch Muffins in den Tellerrand-Farben Lila und Orange – denn das ursprünglich in Berlin gegründete Kochprojekt hat gerade sein fünfjähriges Bestehen gefeiert.
Mittlerweile haben die interkulturellen Kochabende deutschlandweit zahlreiche Nachahmer gefunden. So auch in den Zinnwerken, wo einmal monatlich Geflüchtete und Deutsche zusammenkommen, um gemeinsam zu brutzeln und zu speisen.
„Eigentlich ist es eine ganz simple Idee“, sagt Hanna Schavoir (40), eine der ehrenamtlichen Organisatorinnen. „Man trifft sich, spricht miteinander, tauscht zum Beispiel Rezepte aus – und man lernt sich kennen!“ Schließlich sei das Thema Essen in jeder Kultur tief verwurzelt – und böte insofern immer einen guten Anlass für ein buntes und geselliges Beisammensein.
Das Prinzip: Rund 15 Ehrenamtliche – Studenten, Berufstätige und Rentner – kümmern sich um die Vorbereitungen wie Einkaufen und Essensplanung. Ab 17 Uhr beginnt dann das gemeinsame Köcheln und Gemüseschnippeln in der Gemeinschaftsküche am Veringhof, bevor gegen 20 Uhr zu Tisch gebeten wird. 25 bis 30 Gäste sind durchschnittlich mit von der Partie, davon etwa die Hälfte mit ausländischen Wurzeln.
Zu den Hauptherkunftsländern zählen Syrien, Afghanistan, Eritrea und Irak. Finanziert wird das Projekt über Spendenbeiträge der Teilnehmer, für die Differenz zu den Einkaufskosten kommt der Verein „Die Insel hilft“ auf.
Aufgrund der aktuellen Diskussion um die Zinnwerke sehen die Tellerrand-Veranstalter ihre Zukunft akut bedroht – denn ein Alternativstandort ist weit und breit nicht in Sicht. „Die monatlichen Events bieten eine gute Möglichkeit, Kontakte und im besten Fall sogar Sprachtandems und Freundschaften entstehen zu lassen“, sagt Schavoir. „Wir wünschen uns, dass sich dieser Ort weiter von unten und mit uns gemeinsam entwickeln kann.“

AKTUELLE ERGÄNZUNG

Pressemitteilung der Grünen-Bezirksfraktion Hamburg-Mitte

„Wir sichern die Zukunft der Zinnwerke!“

Nach vielen Diskussionen um die Zukunft der Zinnwerke, beantragt die rot-grüne Koalition der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte nun bei der Bürgerschaft bis zu 500.000 € für die Weiterentwicklung des Geländes am Veringkanal. Sowohl die vom Bezirksamt beauftrage Kreativgesellschaft als auch die jetzigen Nutzer, der Zinnwerke e.V., hatten Konzepte für die künftige Entwicklung der alten Hallen eines ehemaligen Zinnwerks erarbeitet. Ziel ist, dass langfristig kostengünstige Räume für eine kreative Nutzungsmischung im Stadtteil gesichert und erweitert werden, die sich selbst tragen können. Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Mitte beschließt heute einen Antrag, der die Umsetzung wesentlicher Punkte sowohl aus dem von der Bezirksversammlung beauftragten Konzept der Kreativgesellschaft als auch dem ehrenamtlich erstellten Konzept des Zinnwerke e.V. voranbringen soll.
„In und um die Zinnwerke sind über 100 Arbeitsplätze entstanden, denen wir Planungssicherheit geben wollen. Der Flohzinn ist ein beliebter Treffpunkt geworden, der auch Menschen aus anderen Stadtteilen anzieht. Wir wollen diese Vielfalt fördern und bringen mit einer weiteren finanziellen Unterstützung die Umsetzung eines zukunftsfähigen Konzeptes voran“, sagt Sonja Lattwesen, GRÜNE Bezirksabgeordnete und Spitzenkandidatin für die Bezirkswahl-

„Die Entwicklung des Kulturkanals in Wilhelmsburg war immer Ziel der rot-grünen Bezirkskoalition. Wir haben viele Hürden genommen und freuen uns sehr, dass es bei den Zinnwerken nun endlich vorangeht. Mit der Sanierung der Hallen können in Zukunft noch mehr Menschen die Zinnwerke als Ort für Arbeit und Freizeit nutzen“, sagt Michael Osterburg, Vorsitzender der GRÜNEN Bezirksfraktion Hamburg-Mitte.

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