Von Rupert Fabig/HH Towers.

Nur noch fünf. So viele Siege fehlen den Hamburg Towers nun noch, um den von Headcoach Mike Taylor ausgegebenen Slogan „Let’s play in May“, also im Finale, real werden zu lassen. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, auf dem die Wilhelmsburger ihre erste Etappe erfolgreich absolviert haben. Zum Auftakt des Playoff-Viertelfinales gegen die ROSTOCK SEAWOLVES triumphierte der Hauptrundenvierte mit 79:64 (62:54, 45:32, 19:13) und geht in der Serie mit 1:0 in Führung.

Taylor genoss das Privileg, über einen kompletten Kader ohne Verletzte zu verfügen. Aus dem wählte er Cha Cha Zazai, Malik Müller, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese für den ersten Fünfer aus. Den ersten Zweier steuerte Beech bei – stilsicher per Dunking. Noch frenetischer vom diesmal bis in die Haarspitzen motivierten Publikum bejubelt wurden die monströsen Blocks der US-Buddys Beech und Barham in den Anfangsminuten. Es blieb bei defensiven Höhepunkten. Zazai fing einen Rostocker Pass ab, den er in einen unbedrängten Korbleger konvertierte (6:3/3. Minute). Beinahe so schnell wie seine Defensive gegen die gegnerischen Passstafetten rotierte, drehte Taylor sein Personalkarrusell, um den Gast immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen. Der Plan ging auf. Über 14:9 (6.) setzten sich die Towers bis zum Viertelende auf 19:13 ab.

Packende Defensive war in Durchgang zwei zunächst passé, denn die Ostdeutschen starteten deutlich explosiver. Einem Mini-Run, der den Hauptrundenfünften auf 20:24 (14.) heranbrachte, ließ Taylor eine Auszeit folgen und Barham einen Neun-Meter-Dreier – Timeout Rostock (27:20/14.). An diesem Abend bewegten die Hamburger den Ball außerordentlich gut. Neun der ersten elf Feldkörbe waren assistiert, selbstredend ging der Löwenanteil der Assists aufs Konto von Zazai, aber auch Youngster Justus Hollatz bereitete exzellent vor – und verdiente sich stehende Ovationen durch das Highlight-Play seiner bisherigen Karriere, als er einen dynamischen Drive zum Korb mit rechtshändigem Rimrocker beendete (31:24/16.). Lotto King Karl saß Courtside, und die Perle der Hamburg Towers glänzte. In den Playoffs. Mit 17. Überhaupt war die Lufthoheit der entscheidende Faktor zugunsten der Hausherren. Der Reboundvorteil zur Halbzeit von 20:12 war exorbitant, der Dunk von Justin Raffington zum 40:30 (18.) ein Sinnbild der Partie, die mit 45:32 pausiert wurde.

Dass eine Postseason-Partie nicht mal eben im Vorbeigehen gewonnen wird, stellten die Towers gleich nach Wiederbeginn fest, als sich die Seawolves auf 39:48 (23.) heranbissen. Der Weckruf kam früh genug. Je einen Zazai- und Barham-Treffer später, stand es wieder 53:41 (24.). Dennoch: Der einst souveräne Vorsprung bröckelte (60:54/29.). Das Match wurde zunehmend physischer, und Hamburg verlor dabei Tevonn Walker, der sich eine Hüftprellung zuzog, sowie zumindest vorläufig den mit vier Fouls belasteten Hollatz. Ohne die beiden Guards kam etwas Unordnung ins Angriffsspiel. Auftritt Kova Kovacevic als stetige Hand, die die 62:54-Führung nach drei Vierteln teilverantwortete.

Den heimischen Anhängern der 3400 Zuschauer, unter ihnen auch Tennis-Ass Carina Witthöft und Schauspieler Matthias Schloo, blieb abermals kein Thriller erspart. Zu Beginn des finalen Abschnitts war offensichtlich, dass Rostocks Trainer Milan Skobalj ein Mittel gefunden hatte, um den die Towers-Offensive zum Erlahmen zu bringen. Im Setplay ging gegen den körperlichen Einsatz der Ostseestädter kaum etwas. Erfreulicherweise war der Aufstiegsaspirant diesmal in der Lage, die Physis anzunehmen. Zudem glückte in den entscheidenden Momenten der richtige Spielzug, beispielsweise als der bedrängte Scootie Guyton mit Ablauf der Wurfuhr noch Beech an der Dreierlinie fand, der mit der Sirene zum 67:58 (35.) verwandelte. Ein weiteres bewährtes Mittel gegen Beton-Verteidigung: Einfach schnell spielen und gar nicht erst warten, bis die Seawolves etwas anrühren konnten. So ging es über 72:58 (36.) in Richtung des ersten Siegs. Maßgeblich dafür war die herausragende Verteidigung, die Rostock zum dritten Mal in dieser Saison keine 70 Zähler gestattete.

„Meine Jungs waren hungrig und bereit. Ihr Kampfgeist und die Fähigkeit, den defensiven Gameplan umzusetzen, haben mich überzeugt. Ein Schlüssel war sicher auch unsere lange Bank. Das ist ein großer Sieg, aber wir sind uns gewiss, dass es von nun an nicht einfacher wird“, sagte Taylor.

Hamburg Towers: Guyton (3 Punkte), Zazai (6/5 Assists), Beech (12/7 Rebounds), Montana (11/6 Rebounds), Kovacevic (8), Kindzeka (2), Müller (7), Freese (6), Hollatz (2), Raffington (6/9 Rebounds), Barham (16/7 Rebounds).

Am Dienstag, 9. April, treten die Towers im zweiten Spiel der Serie bei den ROSTOCK SEAWOLVES an.

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