Nur noch Anwohner sollen hier lang fahren: Mitglieder der Bürgerinitiative „Ottenser Gestalten“ demonstrieren in der Mottenburger Straße. Foto: André Böttcher
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Ch. v. Savigny, Ottensen

Kein Durchgangsverkehr in Ottensen – stattdessen mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer und HVV-Busse: Die Anwohnerinitiative „Ottenser Gestalten“ hat kürzlich ein weitreichendes Mobilitätskonzept in die Altonaer Bezirksversammlung (BV) eingebracht, das zu einer Verkehrsberuhigung im Quartier beitragen soll. Der Plan sieht im Wesentlichen vor, dass die beiden Verkehrsachsen Bleickenallee – Keplerstraße – Arnoldstraße – Lobuschstraße (in umgekehrter Richtung: Lobuschstraße – Klausstraße – Eulenstraße – Bleickenallee) sowie Bernadottestraße – Holländische Reihe für den Durchgangsverkehr geschlossen werden.

Dies könnte laut Initiativenvorschlag mittels Barrieren oder durch Einbahnstraßenregelungen geschehen. Ebenso sollen die Nord-Süd-Verbindungen über Große Brunnenstraße bzw. Nöltingstraße/Rothestraße für den „motorisierten Individualverkehr“ geschlossen werden. Das Thema wurde zunächst in den Verkehrsausschuss verschoben und dort schließlich mehrheitlich abgelehnt. Die Grünen halten den Vorschlag zwar prinzipiell für gut, jedoch aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten für „nicht umsetzbar“, erklärt die BV-Abgeordnete Eva Botzenhart. Trotzdem wollen die Grünen am Thema dranbleiben. „Wir nehmen schließlich auch wahr, dass der Verkehr im Viertel immer weiter zunimmt.“

Die Initiative „Ottenser Gestalten“ hatte sich vor rund zwei Jahren mit dem Ziel gegründet, ihr Quartier fußgänger- und radfahrerfreundlicher zu machen. „Unsere Idee zur Verkehrsberuhigung basiert auf einem Stadtteilkonzept aus den 1970er-Jahren, das wir lediglich weiterentwickelt haben“, erklärt Johannes Michaelsen, einer der Ini-Gründer. Zusätzlich zu den Durchfahrtsverboten will die Initiative einen Teil der Bahrenfelder Straße zu einem „Shared Space“ umfunktionieren – dort wären dann alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt. Ebenso soll die Fußgängerzone Ottenser Hauptstraße nach Westen hin (bis zum Platz „Bei der Reitbahn“) verlängert werden.

Sollte der Plan jemals in Gänze umgesetzt werden, müsste sich insbesondere der Ost-West-Durchgangsverkehr andere Wege suchen – etwa über die Stresemannstraße, Behringstraße und Elbchaussee. Auch das hält Botzenhart für problematisch: „Die Behringstraße ist schon jetzt zu 97 Prozent ausgelastet“, sagt sie.

❱❱ www.ottensergestalten.de

Stellungnahme der Linke-Fraktion:
Der Vorschlag der Initiative „Ottenser Gestalten“ war mithilfe der Altonaer Linke-Fraktion in die BV eingebracht worden. „Wir sind gegenüber dem Verkehrskonzept der Bürgerinitiative ,Ottenser Gestalten’ sehr aufgeschlossen“, sagt Karsten Strasser, Mitglied im Verkehrsausschuss.
Das „große Engagement“ der Initiative, detaillierte Vorschläge für ihr Quartier auszuarbeiten, um das Problem des Durchgangsverkehrs in den Griff zu bekommen, erkennt die Linke an.
„Wir haben in der Bezirksversammlung beantragt, die Vorschläge der Initiative umfassend durch die Behörden prüfen zu lassen und anschließend einen Bürgerdialog in Ottensen zu veranstalten. Wir bedauern, dass alle anderen Fraktionen unseren Antrag abgelehnt haben“, so Strasser. CVS

1 KOMMENTAR

  1. „Nur noch Anwohner sollen hier lang fahren„
    Aha, das eigene Auto wollen die Anwohner in Ottensen behalten. Das wäre nicht die erste „Gated Community“ für „Premium Bürger“ in Deutschland. Die „Linken“ finden das natürlich super, jede Stimme zählt.

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