Nun steht es fest: Es wird keine U- sondern eine S-Bahn in Richtung Lurup und Osdorfer Born fahren. Foto: hochbahn

Matthias Greulich, Hamburg-West

Während die Machbarkeitsuntersuchung für die Bahn in Richtung Osdorfer Born läuft, machen Schulen, Kirchen und Vereine der Politik mit dem „Bahrenfelder Appell“ Druck. Sie fordern, dass die geplante Science City Bahrenfeld einen Schnellbahnanschluss braucht. Die Anbindung sei „unverzichtbar, weil das Straßennetz im Raum Bahrenfeld bereits seit Jahren überlastet ist“, heißt es in dem Brief, der an Bürgermeister Peter Tschentscher und Bezirksamtsleiterin Liane Melzer (beide SPD) übergeben wurde.

Staus gehörten mittlerweile zum Alltag. Die oft überfüllten Busse haben zu oft erhebliche Verspätungen. „Mit dem Bau neuer Hauptstraßen, wie der Durchbindung des Holstenkamps zum Ebertplatz, wird das Problem nicht zu lösen sein“, heißt es im „Bahrenfelder Appell“.

Im Altonaer Rathaus hat der Bahrenfelder Jürgen Beeck mit dem Appell offene Türen eingerannt. Bezirksamtleiterin Melzer hofft ebenfalls auf eine baldige Lösung. Die Altonaer Bezirksversammlung (BV) hatte sich zuvor bereits für eine Schnellbahn zur Science City ausgesprochen. Lorenz Flemming (FDP): „Die Zeit drängt und eine nachvollziehbare Planung des westlichen Schnellbahnnetzes wird jeden Tag dringender.“

Das Ergebnis der Machbarkeitsuntersuchung hatte Bürgermeister Tschentscher im Interview mit dem Elbe Wochenblatt „vorraussichtlich für dieses Frühjahr“ angekündigt. In Tschentschers Antwort auf den „Bahrenfelder Appell“ heißt es nun, die genaue Planung stecke ebenso noch „in den Anfängen – wie ja die gesamte Science City Bahrenfeld“.

Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof antwortet den Bahrenfeldern in einem dem Elbe Wochenblatt vorliegenden Brief, dass die Machbarkeitsuntersuchung nun im Sommer abgeschlossen werden solle.

Zwei Planungsvarianten stehen zur Auswahl: Bahrenfeld und die Science City ließen sich am besten mit der S32 anbinden, die vom Diebsteich, über den Lutherpark in Richtung Trabrennbahn führen würde. Die nördlichere Variante der U5 würde vom S-Bahnhof Stellingen über die Arenen am Volkspark zur Stadionstraße führen.

Die Entscheidung zwischen S32 und U5 ist für den Senat durchaus heikel. Zu hören ist, dass die nördliche U-Bahnstrecke dass Hamburger Verkehrsnetz am besten erweitere. Auch der HSV hatte sich für eine direkte Anbindung des Volksparkstadions stark gemacht. Für die südlichere S32 spricht, dass sie neben der Science City auch die geplanten neuen Wohngebiete in Bahrenfeld besser anbindet.

Außerdem muss sich der Senat entscheiden, ob er dem S-Bahnbetreiber Deutsche Bahn oder der Hochbahn den Zuschlag erteilt. Bei den Bauprojekten der S-Bahn in Ottensen und am Bahnhof Elbbrücken kommt es momentan zu erheblichen Verzögerungen, während die U-Bahnprojekte zuletzt im Zeit- und Kostenrahmen blieben.

Ungewöhnlich ist, dass Staatsrat Rieckhof den Bahrenfeldern schreibt, dass „die Querung des Hera-Tunnels am Desy sowie der geplante A7-Deckel in Altona mit seiner Tiefgründung“ die Verkehrsbehörde vor große technische Herausforderungen stelle. „Erst“, so Rieckhof weiter, „wenn hier belastbare technische Lösungen gefunden sind lassen sich weitere Trassierungsüberlegungen anstellen.“ Beide Probleme sind allerdings schon länger bekannt. Im Stadtteil ist zu hören, dass es den Verantwortlichen nicht ungelegen kommen könnte, in Altona hochgradig unpopuläre Entscheidungen erst nach den Wahlen zur Bezirksversammlung am 26. Mai verkünden zu müssen.

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