Klaus Meuser (li.) und Jürgen Beeck von der Initiative Starten:BahnWest! Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

Mindestens 40 Minuten in die Innenstadt, etwa halb so lang bis zum Elbe-Einkaufszentrum: Der Osdorfer Born, Heimat für rund 12.000 Bewohner, kann nicht gerade mit schnellen Verkehrsverbindungen aufwarten. Dazu kommen regelmäßig Verspätungen.
„Selbst ab der Haltestelle Trabrennbahn muss man im Berufsverkehr mit mindestens fünf bis 15 Minuten Verzögerung rechnen“, sagt Jürgen Beeck, Sprecher der örtlichen Verkehrsinitiative „Starten:BahnWest!“.

Die Fahrzeit bis in die Innenstadt verlängere sich dadurch auf bis zu 60 Minuten – wenn nicht noch mehr. Dazu sei die viel genutzte Metrobuslinie 3 häufig derart überfüllt, dass etwa Eltern mit Kinderwagen gar nicht mehr hineinkämen. Beeck: „Wenn man die Leute dazu bringen will, auf Bus und Bahn umzusteigen, muss man etwas Attraktives anbieten. Die Verbindung in den Born ist aber alles andere als attraktiv.“

Seit rund 45 Jahren – so lange liegen die ersten Planungen zurück – wartet der Osdorfer Born auf einen Schnellbahnanschluss. Zurzeit ist das Vorhaben wieder etwas konkreter geworden: Im Gespräch sind eine Verlängerung der (allerdings noch nicht gebauten) U5 über Stellingen und die Arenen, oder – alternativ – eine Ausfädelung der S-Bahn ab Diebsteich (dann als S32). Wobei die Borner die S-Bahn-Variante klar bevorzugen würden.

„Es wäre der direktere Weg in die City“, sagt Klaus Meuser, Anwohner und Ini-Mitglied. Weil die Schienenanbindung aber in jedem Fall Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde – die Borner rechnen mit einer Eröffnung nicht vor 2040 – sollen wenigstens die Busse attraktiver gemacht werden. Will heißen: eigene Busspuren auf der Strecke Luruper Hauptstraße/Luruper Chaussee, Wegfall des Schnellbuszuschlags für die Linie 37 und die Abschaffung von – nach Meinung der Ini „unsinnigen“ – Zahlgrenzen, so zum Beispiel zwischen Born und Elbe-Einkaufszentrum.

Ihren Forderungskatalog hat die Initiative „Starten:BahnWest!“ kürzlich den Mitgliedern der Bezirksversammlung vorgelegt. Ergebnis: SPD und Grüne verwiesen auf den im letzten Herbst erfolgten Fahrplanwechsel (siehe Infotext), CDU und FDP reagierten nicht. Einzig die Linke-Fraktion habe sich offen für Vorschläge gezeigt, so die Ini.

❱❱ Internet: starten-bahn-west.de

Nahverkehr im Born
Die am Einkaufszentrum BornCenter gelegene Haltestelle „Achtern Born“ wird von drei Buslinien bedient: Der Metrobus 3 benötigt laut Fahrplan 48 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Steigt man an der Holstenstraße in die S-Bahn um, lassen sich bis zu zehn Minuten einsparen.
Alternativ können die Borner auch den 21er Bus in Richtung Elbgaustraße benutzen und dort in die S-Bahn umsteigen. Auf dieser Route beträgt die gesamte Fahrtdauer 42 Minuten. Eine Variante ist die Linie 21 in umgekehrter Richtung – nach Süden – mit Umstieg in Klein Flottbek (44 Minuten Fahrtdauer). Die dritte Buslinie schließlich – der 37er Schnellbus – fährt durch die Elbvororte zum Bahnhof Altona und benötigt dafür 29 Minuten. Von „Schnellbus“ kann man in diesem Fall eigentlich nicht sprechen. Die Fahrtzeiten beziehen sich jeweils auf die „Rushhour“ morgens und spätnachmittags. Deutlich wird besonders im Fall der
Linie 21, wieviel Zeit man durch die Nutzung der S-Bahn einsparen kann – selbst wenn die Strecke kilometermäßig erheblich länger ist.
Kritik durch die Initiative gibt es am Fahrplanwechsel im vergangenen Winter: So fahre etwa die Linie 37 nur noch alle 20 statt – wie bisher – alle zehn Minuten. Der Metrobus 3 sei jenseits der Trabrennbahn nach wie vor nur alle 20 Minuten unterwegs – viel zu wenig, sagen die Verkehrs-AGler. Einzig die Linie 21 habe Abfahrtszeiten hinzubekommen. cvs

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