Verkaufsstände an der „Piazza“ am Schulterblatt: Der Biomarkt fand zuletzt nur noch wenige Marktbeschicker. Foto: schneider

Mateo Schneider, Sternschanze

Am Ende musste man schon aufmerksam hinschauen, um die drei übrig gebliebenen Marktbeschicker noch als Wochenmarkt zu erkennen: Die Bäckerei Effenberger, die Fleischerei Fricke und „Neptun’s Fischreich“. Zu seinen besten Zeiten hatte sich der 2002 von der Apostelkirche ans Schulterblatt verlagerte Öko-Wochenmarkt über die gesamte Länge der „Piazza“ hinaus erstreckt.
Aus dem sich über Jahre hinziehenden Niedergang des Marktes werden nun die Konsequenzen gezogen: Zum Ende des Monats wird der Betrieb gegenüber der Roten Flora eingestellt.

„Es ergibt einfach keinen Sinn mehr, diese Realität muss man anerkennen“, begründet Anne Faika ihren Entschluss. Faika hat 1990 die Firma „Bio Wochenmarkt . . . und Regionales“ gegründet, die in Hamburg insgesamt zehn Wochenmärkte betreibt, auf denen ausschließlich ökologisch erzeugte und regionale Produkte angeboten werden.„Bis vor sechs Jahren lief der Markt sehr gut, aber jetzt ist er nicht mehr zu retten“, sagt Faika und der Frust ist ihrer Stimme anzuhören.

„Der Markt am Schulterblatt ist mein drittes Kind gewesen und ich habe mich drei Jahre lang mit allem Drum und Dran abgemüht. Aber es will keiner mehr kommen.“ Gemeint sind damit nicht Käufer, sondern die Beschicker, insbesondere die mit Obst und Gemüse Handelnden. Ein Problem, das sich auch auf den konventionellen, städtischen Wochenmärkten zu zeigen beginnt.

Die beiden nur 300 Meter Luftlinie entfernt liegenden Bio-Supermärkte „denn’s“ und „Alnatura“ sieht Faika nicht als verantwortlich für das Ende des Marktes an. „Unser Markt in Ottensen ist umzingelt von Bio-Läden und -Supermärkten und läuft trotzdem.“ Die Konkurrenz sei der Großhandel. Der hole die Produkte von den Bio-Höfen ab, die zweite Generation der Bio-Landwirte müsse selbst nicht mehr unbedingt auf die Märkte fahren. „Die jungen Landwirte sagen auch, dass sie dafür gar keine Zeit mehr haben, weil sie auf ihrem Hof genug zu tun haben.“

1 KOMMENTAR

  1. […] Zuletzt waren es nur noch drei Marktbeschicker, jetzt ist der Öko-Wochenmarkt am Schulterblatt im Schanzenviertel von Hamburg geschlossen. Auf dem Markt wurden ausschließlich regionale und ökologisch erzeugte Produkte angeboten, zu seinen besten Zeiten erstreckte sich der Markt über die gesamte Piazza. Als Konkurrenz sieht die Betreiberin Anne Faika den Großhandel. Andere Öko-Märkte, wie der in Ottensen, laufen allerdings weiterhin sehr gut. Besuchen Sie die Öko-Wochenmärkte in Hamburg für frische Lebensmittel aus der Region und kompetente Beratung. Lesen Sie das vollständige Interview mit Frau Fricke im Elbe-Wochenblatt. […]

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