Die Sinstorfer Abschlussklasse von 1954. Foto: AH

Von Alicia Hagemann.
Gemeinsam in Erinnerungen schwelgen, sich an Streiche erinnern, alte Schulkameraden treffen: Anfang März sahen sich nach 65 Jahren die Schüler des Abschlussjahrgangs 1954 der Volksschule Sinstorfer Kirchweg im Gemeindehaus der Sinstorfer Kirche.
Wo früher die Schulbank gedrückt wurde, steht heute ein Kindergarten. Viele der damaligen Schulkameraden blieben in der Nähe – wohnen in Sinstorf, Buchholz, Sieversen oder Ahrensburg, und so konnten 22 Ehemalige dabeisein. Damals waren sie immer um die 30 Schüler gewesen. Hilde Mischke, geborene Pfeiffer, organisiert die Klassentreffen regelmäßig, das letzte war vor sechs Jahren. Einige waren bei allen Treffen dabei.
Mit einem Lächeln erinnert sich Hilde Mischke an ihre Zeugnisse. Auf jedem hätte „vorlaut“ gestanden.
Ihrer Schulfreundin Inge Kober hat sie all die Jahre die Treue gehalten. Und auch diese erinnerte sich noch ziemlich gut, vor allem an die Klassenlehrerin: Fräulein Meinzel. Die Abschlussklasse von 54 war ihre erste Klasse und sie kümmerte sich besonders um Inge, ließ sie das Geld für den Schulverein später bezahlen, wenn es daran mal mangelte. „Wie sie uns kleine Wichtel behütet und beschützt hat, wie eine Ente ihre Küken“, erinnert sich auch Walter Werner an die Herzlichkeit der Lehrerin. Als sie einmal krank wurde, wollten alle die Lehrerin am Sonnabend besuchen.
Die Klasse hielt immer gut zusammen. Alle hätten wenig Geld gehabt, das habe Verbundenheit geschaffen. So saßen Gertrud Schroeder und Waltraud Parnau sogar einmal für Imke Elsholz und ein weiteres Mädchen aus dem Kinderheim Fleestedt nach, erinnert sich Imke Elsholz, noch immer gerührt. Die beiden Heimkinder hätten bitterlich geweint, da Nachsitzen für sie bedeutete, keinen Nachtisch zu bekommen.
Nach der Schule machten viele der Mädchen ein Haushaltsjahr, und danach arbeiteten sie häufig im Verkauf. Viele Jungen gingen in die Landwirtschaft oder lernten Klempner, Maurer oder Tischler. Andere machten noch ihr Abitur, so wie Andreas Riesenkampff, der als Flüchtling acht unterschiedliche Schulen besucht hat. Er war nur ungefähr für ein halbes Jahr in der Klasse, trotzdem besuchte er das Klassentreffen. Auf die Sinstorfer Schule kam er, weil Schulfreund Walter Werner sich für den Schulbesuch eingesetzt hatte. Gemeinsam liefen sie drei Kilometer zur Schule hin und auch wieder zurück nach Metzendorf.

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