Freiwilligkeit bringt uns nicht ans Ziel, wenn wir der globalen Herausforderung effektiv begegen wollen“, mahnt SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Müll – von der Erzeugung und Verarbeitung bis hin zu Handel und Privathaushalten.
Die Strategie von Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, die das Bundeskabinett jetzt beschlossen hat, soll die Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene um die Hälfte senken. Damit folgt die Bundesregierung nur einer Agenda, die die Vereinten Nationen seit dem Jahr 2015 zum Thema Nachhaltigkeit erstellt hat.

Jeder Bundesbürger wirft rein statistisch rund 80 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg, zum Teil noch in der Originalverpackung. Dies bedeutet für Hamburg, dass etwa 150.000 Tonnen Lebensmittel pro Jahr in der Mülltonne landen.
„Eine wichtige Ursache ist der falsche Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)“, sagt Anne Krischok. „Hier müsste es klare gesetzliche Regelungen und mehr Information darüber geben, dass Mindesthaltbarkeit nicht Verfallsdatum heißt. Schließlich geht es auch neben der Wertschätzung von Lebensmitteln auch um Ressourcenverschwendung, Klimaschutz und die Vermeidung von CO2-Freisetzungen.“

Mit dem Thema hat sich auch der Gesundheitsausschuss in der Hamburgischen Bürgerschaft befasst. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hatte bereits 2015 einen Runden Tisch initiiert, um mit vielen Akteuren daran zu arbeiten, die Lebensmittelverschwendung in Hamburg zu reduzieren. Neben vielen Portalen und Start-ups sind hier die App und das Portal „To Good To Go“ zu nennen. Über diese App kann man sehen, wie viele Menüs und Portionen abends noch zur Verfügung stehen und günstig abzugeben sind. Mittlerweile beteiligen sich über 17.000 Partnerbetriebe (Restaurants und andere Betriebe) daran.

„Die Erwartung, dass Essen immer und überall in großer Auswahl zur Verfügung steht, führt zur Überproduktion,“ sagt Anne Krischok. „Von dieser Annahme müssen sich Einzelhandel, Gastronomie sowie Verbraucherinnen und Verbraucher verabschieden.“

Denn das Wegwerfen von Lebensmitteln ist nicht nur ein ethisches, sondern auch ein ökologisches und ökonomisches Problem, durch das wertvolle Ressourcen verschwendet werden.
Die Umweltpolitikerin Anne Krischok betont daher: „Am besten ist es, Lebensmitteln gezielt einzukaufen und zu verbrauchen, so dass sie nicht in der Mülltonne landen. Dies gilt für Privathaushalte, Gastronomie und Einzelhandel.“

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