Wollen ihre Einrichtung gerne ein wenig bekannter machen: Achim Krempel und Binta Kujabi von „Warengut“. Fotos: cvs

Ch. v. Savigny, Altona

Der unumstrittene Star des Verkaufsraums ist ein hellbeige bezogenenes Sofa mit hübschen Holzornamenten. Mindestens 100 Jahre alt, so lautet die inoffizielle Schätzung. 150 Euro will das Sozialkaufhaus „Warengut“ in der Borselstraße dafür haben – eigentlich ein Schnäppchen. Doch der Laden, der auf über 400 Quadratmetern von Möbeln bis zu Büchern und DVDs so gut wie alles anbietet, was man sich vorstellen kann, ist nicht gerade überlaufen: „Von außen werden wir viel zu wenig wahrgenommen, dürfen aber als gemeinnütziges Unternehmen keine Werbung machen“, erklärt Mitarbeiter Achim Krempel das Dilemma.

Daher hat die Einrichtung, die von der Grone Netzwerk GmbH getragen wird, neuerdings eine eigene Ebay-Abteilung. Bis zu vier Angestellte kümmern sich hier darum, dass das die Objekte an den Mann oder die Frau gebracht wird. „Ohne Internetverkäufe kämen wir nicht zurecht“, sagt Krempel.

Möbel, Hausrat, Elektronik, Kleidung, Spielzeug

Seit 2010 gibt es das Sozialkaufhaus „Warengut“ in Altona, nicht weit weg von der Fabrik und von den Zeisehallen. Viele gespendete Dinge des täglichen Lebens wandern hier über den Verkaufstresen: Kerzenständer, Lampen, Kissen und Decken, Handtaschen, Kleidung, Spielzeug, Schmuck und Elektronik. Großenteils sind die Verkaufsgegenstände in Topzustand. Wer hier einkaufen möchte, muss jedoch einen Einkommensnachweis (etwa einen Hartz-IV-Bescheid) vorweisen. Aktuell darf man bis zu etwas über 1.100 Euro pro Monat verdienen.

Am Laufen gehalten wird das Sozialkaufhaus durch den Einsatz von derzeit 50 bis 60 Langzeitarbeitslosen, die vom Arbeitsamt gefördert werden. Ein Teil von ihnen kümmert sich um die Büroarbeit, andere sind im Verkauf oder in der Werkstatt tätig. „Man versucht, durch liebevollen Umgang das Beste aus dem einzelnen hervorzuholen“, sagt Binta Kunjabi, eine der drei Anleiterinnen, die ausschließlich für die „Teilnehmer“, wie sie hier heißen, zuständig sind. Viele von ihnen haben handwerkliche Berufe wie zum Beispiel Dachdecker, Elektriker oder Tischler. „Hier können sie ihre Fähigkeiten wieder einsetzen“, so Kunjabi.

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