Climb-Projektleiterin Susan Schütz (32, l.) hat zusammen mit Laura Wollesen (25) und Mirela Müller (30, ganz re) die Lernferien durchgeführt. Die Mädchen und Jungen zeigen stolz vor, was sie erarbeitet haben. Foto: WW
Anzeige


Von Wolfgang Wittenburg.

Früher waren Mädchen und Jungen, die während ihrer Ferien freiwillig gelernt haben, zumindest eine Seltenheit. Heute ist das offenbar anders. 45 Mädchen und Jungen machten jetzt bei „climb-Lernferien“ mit, die nun erstmals in der Grundschule „An der Haake“ in Hausbruch stattfanden.
„Climb steht für ‘clever lernen, immer motiviert bleiben’“, erklärt die Neugrabenerin Susan Schütz, die das Projekt koordiniert. „Seit sieben Jahren veranstalten wir in Hamburg mit finanzieller Unterstützung durch lokale Kooperationspartner, Stiftungen und Unternehmen ein Bildungsprogramm gegen Kinderarmut und für Chancengleichheit.“
Zehn Tage lang lernten die Kinder in drei Gruppen von 9 bis 16 Uhr mit drei Betreuern vormittags Mathe und Deutsch. Nachmittags stand Projektunterricht zum Thema Garten, Theater und Archäologie auf dem Plan. Die Teilnahme ist kostenlos.

Bei uns lernt
jeder Rücksicht, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen
Susan Schütz,
Climb-Projektleiterin

Bringen die Betreuer pädagogische Erfahrungen mit? Nicht alle: Das climb-Leitungsteam ist festangestellt, die Betreuer sind Lehramtsstudenten von den Unis Berlin, Hamburg, Lüneburg und Heidelberg, aber auch Nicht-Pädagogen wie Oberstufenschüler, Flüchtlinge und Quereinsteiger, die schon mal Unterrichtserfahrungen sammeln möchten. Jeder von climb-Projektleiterin Schütz zugelassene Betreuer absolviert deshalb ein Vorbereitungswochenende und erhält einmalig 250 Euro.
Am Ende der Lernferien gibt es für die Beteuer ein Zertifikat, und bei Studenten erkennen einige Unis die Zeit sogar als Praktikum an. Die Teilnehmer sollen gestärkt in ihren Schulunterricht kommen. „Wir wollen in unserer Art Spaßschule Zukunftskompetenzen vermitteln, die jeder Mensch auf seinem Bildungs- und Lebensweg braucht, und die nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein sollten. Bei uns lernt jeder Rücksicht, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen.“
Climb sucht für weitere Lernferien Freiwillige, die die Kinder beaufsichtigen und unterrichten. Interessenten melden sich per
E-Mail an schuetz@climb-lernferien.de

 

Hintergrund
Die gemeinnützige Hamburger Climb GmbH bietet seit 2012 Lernferien in Hamburg an, seit 2014 auch in Dortmund, seit 2016 in Mainz. Seit 2012 wurden rund 1.500 Grundschulkinder erreicht.
Während der Lernferien beschäftigt Climb bis zu 27 Mitarbeiter und 54 ehrenamtliche Betreuer. Climb hat mehrere Auszeichnungen erhalten, unter anderem als „Startsocial-Bundessieger“ sowie den Talent-Award Ruhr.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here