Es gibt genug Fakten für eine Klimakrise. Kristjan Moritz sieht die Fridays for Future Bewegung als „Sprachrohr der Wissenschaft“. Foto: ah

Von Alicia Hagemann.

Als Greta Thunberg begann, jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament zu streiken, hat das die Harburger Abiturientin Nele Brebeck (19) beeindruckt. „Veränderung braucht jemanden, der den ersten Schritt wagt, ins kalte Wasser springt und die Konsequenzen nicht scheut“, so Brebeck. Gretas Geschichte beweise das jeder kleine Schritt etwas bewirken kann. „Ein gesundes Klima ist notwendig für ein lebenswertes Leben“, sagt Brebeck, die seit einigen Monaten bei der „Fridays for Future-Bewegung mitarbeitet. Sie ist Ansprechpartnerin für Hamburg und organisiert die Proteste mit. Heute kümmert sie sich um Öffentlichkeitsarbeit, betreut Social-Media wie etwa Twitter und Instagram – auch altmodische Plakate entwerfen die Demonstranten.
Nele besuchte die Goethe-Schule-Harburg
Nele Brebeck, die im vergangenen Jahr ihr Abitur an der Goethe-Schule-Harburg gemacht hat, wuchs in einer umweltbewussten Familie auf, ernährt sich von regionalen Zutaten, trägt faire Kleidung und verzichtet größtenteils auf Plastik. Greta inspirierte sie dazu mehr zu tun. Heute investiert sie 70 bis 80 Stunden in der Woche in den Klimaschutz.
Geplant ist auch die Vermarktung von bedruckten, natürlich plastikfreien, Festivalbändchen. Möglichst präsent zu sein ist das Ziel. Als sie Greta Thunberg am letzten Schultag vor den Ferien die Demonstranten in Hamburg besuchte, berichteten die Medien darüber bundesweit.
Wichtig, so Brebeck, sei es aber auch auf lokaler Ebene aktiv zu werden. Ein nächster Schritt wäre es auch mit den Hamburger Politikern zu reden.
Anerkannte Wissenschaftler unterstützen die Schüler in ihrem Protest. Klimaforscher Mojib Latif ermutigte die Demonstranten, nicht aufzugeben, weil sonst nichts passieren werde. Die Schüler tauschen sich bundesweit in 150 WhatsApp-Gruppen untereinander aus. Aus diesem Verteiler werden die Demonstrationen schneeballartig im ganzen Land organisiert.
Dabei laufen die Fäden unter anderem bei Luisa Neubauer (22) zusammen, die in Iser-
brook aufwuchs. Die Abiturientin des Marion Dönhoff Gymnasiums ist heute deutschlandweit für Fridays for Future im Einsatz. Sie leistet Öffentlichkeitsarbeit, kümmert sich aber hauptsächlich um Organisation und Logistik. Momentan hat sie eine 90-Stunden-Woche. „Bei der Klimakrise reden wir über Physik und die ist nicht verhandelbar“, sagte die Geographiestudentin.
Am vergangenen Freitag demonstrierten trotz der Hamburger Ferien wieder Tausende auf dem Hachmannplatz. Mit dabei: Student Kristjan Moritz aus Harburg. „Ich kämpfe für den Klimaschutz“, sagt er. Dabei war Umweltbewusstsein in seiner Familie nie wirklich ein großes Thema.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here