Anna Heudorfer und Hussam Al Zaher leiten die Redaktion des „Flüchtling-Magazins“. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Altona

Wie geht es uns hier? Ungefähr so lautet die wahrscheinlich wichtigste Frage, die sich die Autoren stellen. Im „Flüchtling-Magazin“, gegründet im Februar 2017 durch den syrischen Journalisten Hussam Al Zaher, kommen die Menschen selbst zu Wort, die aus ihrer Heimat nach Norddeutschland geflohen sind. Jetzt feiert die Zeitung, die zunächst online erschienen ist und inzwischen bereits zwei Druckausgaben herausgebracht hat, ihren zweiten Geburtstag.

Al Zaher freut sich über die positive Resonanz, die er für seine Arbeit bekommt: „Wir haben noch so viele Geschichten und Themen, über die wir berichten wollen“, sagt er. „Es ist großartig, dass wir immer mehr Unterstützer und vor allem Leser finden.“
In den Texten geht es unter anderem um Fluchterfahrungen und um die Schwierigkeiten, sich in der deutschen Gesellschaft durchzusetzen. Ein syrischer Rechtsanwalt berichtet über seinen Kampf mit der deutschen Sprache, ein junger Fotograf aus Ruanda dokumentiert den Alltag seiner Landsleute. Viele Geflüchtete können nicht schwimmen oder Fahrrad fahren – auch das sind immer wieder Themen.

„Es wird zwar viel über Flüchtlinge geschrieben“, sagt die Medienwissenschaftlerin Anna Heudorfer, die zusammen mit Al Zaher die Redaktion leitet. „Aber die Menschen selbst kommen nur wenig zu Wort. Das wollen wir ändern.“

Zweite Druckauflage mit 15.000 Exemplaren

Das Redaktionsteam, das zurzeit aus 24 ehrenamtlichen Mitarbeitern besteht, trifft sich zweimal im Monat in den Räumen von „Leethub“ in der Bernstorffstraße, um neuen Themen zu besprechen. Der Anfang 2016 gegründete Verein „Leethub“ fördert geflüchtete Menschen. Einen wichtigen Teil des Projekts bildet das Schreib-Tandem: Hier treffen sich Flüchtlinge mit deutschen Autoren und Journalisten, um zusammen zu recherchieren und zu schreiben. Die zweite Druckausgabe, Auflage 15.000 Exemplare, ist gerade erschienen. Für dieses Jahr sind zwei weitere Hefte geplant. Zu den Förderern zählt unter anderem die Zeit-Stiftung.

Zusammen mit seinem Bruder ist Hussam Al Zaher (30) vor dreieinhalb Jahren nach Hamburg geflüchtet. „Eine sehr offene, freundliche Stadt“, sagt er. Mittlerweile fühle er sich schon wie ein richtiger Hamburger. Die Online-Ausgabe des Flüchtling-Magazin ist zu finden unter

❱❱ www.fluechtling-magazin.de

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