Jahrelang hat die Iniitiative „Ohne Dach ist Krach“ für den Autobahndeckel gekämpft. foto: archiv CH

Oliver Kroll, Elbvororte

Die Gläser klirren im Schrank, die Kirchenmauern bekommen Risse, wir leiden unter dem Verkehrslärm der Autobahn – so klagten vor über 25 Jahren Anwohner der in Bahrenfeld gelegenen Lutherhöhe. Es war die Geburtsstunde der Bürgerinitiative „Ohne Dach ist Krach“. Jetzt feiert die Initiative ihr 25-jähriges Jubiläum. Zur Feier hat sich auch der Bürgermeister angesagt. Mit dabei ist auch der Architekt Volkwin Marg vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner.

Bürgermeister und Bausenatoren kamen und gingen. Der Kern rund um Initiativensprecher Bernt Grabow blieb hartnäckig. „Gezweifelt haben wir an einem Erfolg nie“, so Grabow in einem Interview. „Wir haben immer gewusst, dass die besseren Argumente sich durchsetzen.“

Namen derjenigen, die der Initiative immer wieder Knüppel zwischen die Beine warfen, möchte Grabow nur wenige nennen. Nur soviel: „Es gibt viel zu erzählen.“ Etwa über den ehemaligen Bausenator Eugen Wagner. Von Freund und Feind „Beton-Eugen“ genannt. Und das nicht, weil er so gern mauerte.

Jetzt steht fest: Auch vor dem Elbtunnel bekommt die Autobahn 7 einen Deckel. Die Verkehrsbehörde erließ einen Planfeststellungbeschluss für den Bau eines 2,2 Kilometer langen Tunnels zwischen Othmarschen und dem Volkspark sowie für die Erweiterung des Autobahnabschnittes auf acht Spuren.

„Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist der erste Schritt für den Bau gemacht“, sagt der parteilose Verkehrssenator Michael Westhagemann. Über mögliche Klagen muss dann das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.

Bereits zwei Lärmschutzdeckel sind in Hamburg im Bau. Die erste Röhre in Schnelsen ist schon seit Juni befahrbar. In Stellingen fahren seit Anfang des Monats die ersten Autos durch einen 900 Meter langen Tunnel.

In Altona sind die Arbeiten wegen der querenden Straßen und Bahnverbindungen schwieriger. So soll in Bahrenfeld eine ursprünglich nicht geplante Behelfsbrücke zwischen Kielkamp und Lutherhöhe gebaut werden, die eine für Fußgänger und Radfahrer wichtige Verbindung während der Bauzeit aufrechterhält.

Am Ende folgen an der Autobahn drei Deckel aufeinander. Wobei der Bau des „Deckelpark Altona“ in diesem Frühjahr beginnen und Ende kommenden Jahres abgeschlossen werden soll. Seine Länge vom Volkspark bis zum Elbtunnel beträgt 2,2 Kilometer. Ein ehrgeiziges Ziel liegt in dem Vorhaben, dass im Jahr 2026 die ersten Autos den Deckel queren und durch die darunterliegende Röhre rollen.

Auch wenn die Arbeiten aufeinander abgestimmt werden, kann es zu Verzögerungen kommen. So kann es zu Behinderungen kommen, wenn die Betonbrücken, am Osdorfer Weg, der Behringstraße und der Bahrenfelder Chaussee, abgerissen werden. Hierfür sind Ersatzbrücken nötig. Frohe Kunde am Rande: Läuft alles nach Plan, könnten 2.500 Wohnungen entstehen.

Am Ende sollen wieder Gläser klirren. Diesmal aus einem anderen Grund.
Wer sich seit 25 Jahren für einen Deckel einsetzt, wird weiterhin Geduld haben.

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