Neues Spielzeug braucht das Land!

Als Kind hatte ich eine zerfledderte Mecki Puppe, die überall dabei sein musste und geschätzt einen Kubikmeter LEGO. Später bastelte ich Modellflugzeuge von „Faller“, jammerte so lange bis Mutti mir die Batman Fahrzeuge kaufte und nur um alles zu Sylvester mit Piepmanscher in die Luft zu sprengen. Ich war nicht der Einzige in der Schule der so wieder für Platz im Kinderzimmer sorgte.

Jetzt mache ich mir Gedanken darüber, welches Spielzeug mein Enkel bekommen soll. Mit einer Messerschmitt 109 vom „Faller“ gibt es bestimmt Ärger in der KiTa. Die Lösung fand ich bei KIDs und ISTA, das sind vom Bund geförderte Institute, die viele Tipps für die kultursensible, vorurteilsbewusste und diskriminierungsfreie Kindererziehung anbieten. Es lohnt sich die Webseiten zu besuchen, auch für Spielzeug gibt es in den Publikationen interessante Praxisideen.

Bei den Aspekten der diversitätsbewussten und diskriminierungskritischen Auswahl neuen Spielmaterials, stieß ich auf die Überschrift „Anleitung zum Umgestalten von Barbies“. Da die Seite Vorurteilsbewusste Materialien noch im Aufbau ist, habe ich schon mal mit dem Umgestalten angefangen. Warum warten bis die Industrie vorurteilsbewusstes Spielmaterial liefert? Selbst ist der Opa! Auf ebay wurde eine Barbie ersteigert und nach den Regeln des „Kritischen Spielens“ angepasst.

Rechtzeitig zum 3. Geburtstag von Paul wurde die Puppe fertig. Aber anstatt sich über die diskriminierungskritische Barbie zu freuen, warf er sie mir an den Kopf und brabbelte was von Farariauto. Ich musste ihn erst einmal darüber aufklären, dass ein Ferrari sozial- und umweltbezogen negativ zu sehen ist, was er zum Heulen fand.

Ich gebe aber nicht auf und arbeite weiter an der Puppe. Bei der Barbie werde ich die Heteronormativität weniger betonen und die auf Paul bezogenen Identitätsaspekte konkretisieren.

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