Froh in der Oberliga: Timucin Gürsan. Foto: pr

Von Mateo Schneider.

Seinen ersten großen Erfolg als Trainer erreichte Timucin Gürsan, als er mit den Elbe-Werkstätten Zweiter bei den Deutschen Behindertenmeis-terschaften wurde. Dann trainierte der 27-Jährige gemeinsam mit Rainer Beth zweieinhalb Jahre lang die D-Jugend bei Grün-Weiss Harburg, schaffte als Ligatrainer den Klassenerhalt in der Kreisliga und wechselte vor anderthalb Jahren als Co-Trainer zum FC Süderelbe.

Gegen Dassendorf wurde der Traum eines jeden Trainers Wirklichkeit: Ein Sieg gegen einen haushohen Favoriten, angeleitet vom ehemaligen Trainerteam Süderelbes und gespickt mit ehemaligen Akteuren. War das so?
Stimmt. Die ersten drei Punktspielgegner, seitdem ich verantwortlicher Trainer bin, hießen Victoria, Altona 93 und Dassendorf. Da hätte ich eigentlich nur verlieren können. Aber gegen Dassendorf wusste die Mannschaft, auf was es ankommt. Wir hatten aber auch Glück.
Von der Kreisliga in die Oberliga ist ein gewaltiger Sprung. Wo genau liegen die Unterschiede?
Alles ist größer und professioneller, alles wird hinterfragt und beleuchtet. Das Interesse insgesamt ist viel größer.
Ist der Druck auch größer?
Von Druck möchte ich nicht sprechen. Ich sehe das als Riesenchance, als Herausforderung.
Als gelernter Erzieher als Fußballtrainer zu arbeiten – ist das Fluch oder Segen?
Da sich Erzieher auch eingehend mit Individuen und Gruppendynamiken beschäftigen, kann solch eine Ausbildung sicherlich nicht schaden. Ob es mein Coaching positiv beeinflusst, müssen die Spieler beurteilen und die Ergebnisse zeigen.
Was ist in ihren Augen besonders wichtig bei der Trainertätigkeit?
Die Kunst ist, ein Mittelmaß zwischen Nähe und Distanz zu finden. Wichtig dabei ist die Unterscheidung zwischen Person und Verhalten. Das kann man Spielern klar machen.
Welche Richtung haben Sie ihrer Mannschaft vorgegeben?
Sportlich natürlich den Klassenerhalt. Ansonsten steht das Grundgerüst an Leitlinien wie etwa: Niemand steht über der Gemeinschaft. Im Sommer werden wir das mit dem neuen Kader neu besprechen.
Haben Sie Angst davor, dass Sie scheitern könnten?
Nein, Angst lähmt nur. Ich bin mir des Risikos bewusst. Bei einem Scheitern bleiben mir die gesammelten Erfahrungen, die mich stärker machen.

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