Grünzeug - frisch von der Elbinsel: Gerd Nitzsche (l.) und Holger Blank neben einem historischen „Wilhelmsburger Federwagen“, mit dem ab etwa 1890 geerntetes Gemüse transportiert wurde. Foto: cvs

Ehemaliges Amtshaus wird für fast vier Millionen Euro renoviert

Von Ch. v. Savigny.

Dem Wilhelmsburger Museum, untergebracht im ehemaligen „Amtshaus“ in der Kirchdorfer Straße, stehen weitreichende Veränderungen ins Haus. Noch in diesem Jahr beginnen die Renovierungsarbeiten an dem traditionsreichen Gebäude. Für knapp vier Millionen Euro wird das fast 300 Jahre alte Gemäuer einer Komplettsanierung unterzogen. Strom- und Wasserleitungen werden erneuert, ebenso alle Fenster und Heizungen.
Nachdem ein Nebengebäude sowie einige Zimmer im Haupthaus frei geworden sind, entstehen rund 40 Prozent mehr Ausstellungsfläche. Statt – wie bislang – nur sonntags, soll das Museum künftig dreimal wöchentlich geöffnet haben. Neuer Schwerpunkt der Ausstellung – geplante Wiedereröffnung: 2021 – ist die Hamburger Flutkatastrophe von 1962. „Wir freuen uns darauf, dass es nun endlich losgeht“, sagen Holger Blank, kommissarischer Museumschef, und Gerd Nitzsche, Vorsitzender des Fördervereins und künftiger Geschäftsführer.
Schon jetzt wird in den Katakomben des früheren Amtshauses eifrig gebaggert: Eine Handvoll Archäologen, die vom Vermieter – der städtischen Sprinkenhof AG – beauftragt wurden, suchen dort nach einem möglichen, zweiten Gewölbe, das Teil der künftigen Ausstellung werden könnte.

Wir suchen dringend Zeitzeugen sowie Gegenstände, die die Flut überlebt haben
Holger Blank,
komm. Museumschef

Nach Fertigstellung soll sich das Museum deutlich moderner und zeitgemäßer präsentieren: Geplant sind Hörstationen und Touchscreens, an denen sich die Besucher informieren können. Im gesamten Haus soll es kostenlosen WLAN-Empfang geben. Für das Thema „Flutkatastrophe“ haben die Museumsverantwortlichen gleich drei Räume vorgesehen:. Der erste beherbergt eine Ausstellung, der zweite ein Kino und im dritten geht es um das Thema Deichbau. „Zwecks Vorbereitung suchen wir dringend Zeitzeugen sowie Gegenstände, die die Flut überlebt haben“, sagt Blank (Kontakt siehe unten).
Die Kosten für den Umbau teilen sich der Bund und die Stadt Hamburg. In diesem Jahr öffnet das Museum am Sonntag, 7. April, erstmals seine Pforten. „Wegen der Bauarbeiten werden wir nur ein reduziertes Veranstaltungsprogramm anbieten können“, erklärt Blank, der sich wie alle Museumsmitarbeiter rein ehrenamtlich engagiert. Das bedeutet: Oster- und Nikolausmarkt finden statt – alles weitere wie Konzerte und Lesungen entfallen. Im Jahr 2020 wird das Museum aller Voraussicht nach komplett geschlossen bleiben.
Kontakt: Holger Blank,
Tel 0160 – 97 97 77 33, per
E-Mail: leitung@mew-hamburg.de

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