Klaus Klock - Manager beim FC Türkiye zu sein, ist eine aufreibende Tätigkeit. Foto: düse
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Von Waldemar Düse.

Als Fußball-Landesligist FC Türkiye vor kurzem ein Vorbereitungsspiel beim anderen Wilhelmsburger Landesligisten Klub Kosova austrug, wurde im Internet-Spielbericht als Türkiye-Trainer Michael
Fischer eingetragen.
Sollte da selbst im eigenen Verein jemand die Übersicht verloren haben, wäre das nachvollziehbar. Die Wege Türkiyes und Fischers hatten sich bekanntlich bereits kurz vor Weihnachten getrennt. Fischer hatte erklärt, über das Saison-ende hinaus nicht für einen geplanten „Neuaufbau“ zur Verfügung zu stehen. Daraufhin hatte Türkiyes „Manager“ Klaus Klock entschieden, sich mit sofortiger Wirkung von Fischer zu trennen.
Damit musste an der Landesgrenze der 16.Trainer (!) in den vergangenen sechseinhalb Jahren vorzeitig seine Sachen packen: In der zeitlichen Reihenfolge waren dies Friedhelm Mienert, Vereinspräsident Dogan Inam, Murat Portakl, Klock selbst, Theodore Fici, Klock selbst, Ercan Demir, Dogan Inam, Reza Khosravinejad, Matthias Stuhlmacher, Erhan Albayrak, Thorsten Bettin, Benjamin Hübbe, Dennis Kreuzer, Klock selbst und zuletzt eben der ehemalige Zweitliga-Angreifer des FC St.Pauli.
Ein einsamer Rekord in Hamburgs Fußball, der sogar den HSV vor Neid erblassen lassen müsste. Hinzu kam in den jeweiligen Wechselperioden im Sommer und Winter ein munteres Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel, in dem bis auf einen kleinen Kern stets große Teile des Kader ausgetauscht wurden.
Vor diesem Hintergrund erklärt es sich von selbst, dass die Wilhelmsburger ihr hoch gestecktes Ziel, sich in Hamburgs höchster Spielklasse zu etablieren, immer noch nicht erreicht haben. Bei einer durchschnittlichen Trainer-Verweildauer von ungefähr fünf Monaten ist es aber beinahe schon ein unerklärliches Phänomen, dass die Wilhelmsburger es überhaupt geschafft haben, sich drei Spielzeiten hindurch in der Oberliga zu halten.
Am Ziel des sofortigen Wiederaufstiegs sind sie angesichts des hohen Rückstands auf die Spitze allerdings jetzt schon krachend gescheitert. Sebastian Loether, von Klock aus dem Spielerkader zum Interimstrainer bis zum Saisonende befördert, will mit dem noch einmal stark veränderten Kader noch Platz drei erreichen.

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