Lampe durchgeschmort: Leonie (li.) hilft Monika bei der Reparatur eines schmucken Erbstücks. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg

Monika freut sich riesig, dass ihre Stehlampe mit den beiden schick gestylten Mattglasschirmen endlich wieder funktioniert. „Ich bin dir so dankbar“, sagt die Besucherin mit den roten Haaren aus vollem Herzen. Adressatin ist Leonie, eine junge Frau, die heute als ehrenamtliche Elektrikerin im Repaircafé aushilft.

Eine Lampenfassung war durchgebrannt – mit viel Geduld und ein wenig Lötarbeit hat die Helferin es geschafft, das betagte Erbstück wieder zum Laufen zu kriegen. Leonie arbeitet auch im echten Berufsleben als Elektrotechnikern und setzt ihr Knowhow für den guten Zweck gerne ein. „Es macht mir Spaß, zu helfen, und ich freue mich, wenn dadurch weniger weggeschmissen wird“, sagt sie. Ab sofort ist das Wilhelmsburger Repaircafé – bisheriger Standort: Vogelhüttendeich – im Besucherpavillion der Alsterdorf Assistenz West (AAW) in der Weimarer Straße 79 zu finden.

Hintergrund: Die Leitung am alten Standort hatte aufgehört, für die monatlich stattfindende „Tüftelstube“ gab es seit Januar keinen Platz mehr. Leonie Stick, AAW-Mitarbeiterin und Leiterin des „neuen“ Repaircafés, freut sich über den unerwarteten Zuwachs. „Auch bei uns spielt der Nachhaltigkeitsgedanke eine wichtige Rolle“, erklärt sie. Darüber hinaus soll das neue Angebot langfristig dabei helfen, den AAW-Pavillion noch mehr als Nachbarschaftstreff zu etablieren. „Schön wäre es, man könnte die von uns betreuten Menschen (die Behinderten bei Alsterdorf Assistenz West, d. Red.) bei der Planung mit einbeziehen, zum Beispiel am Empfang oder beim Kuchenverkauf.“

Zurzeit fünf Repaircafé-Ehrenamtliche kümmern sich darum, defekte Gegenstände aus dem Haushalt wieder in Gang zu bekommen. Moritz, gelernter Bauingenieur und passionierter Hobbybastler, hat gerade einen Bluetooth-Lautsprecher in Arbeit, bei dem der USB-Anschluss herausgebrochen ist. „Ich finde es schön, dass die
Bastelei hier in netter Gesellschaft stattfindet“, sagt er. „Viel besser, als alleine vor sich hinzuwerkeln.“
Entgegengenommen werden Elektro-(Klein-)Geräte und Fahrräder. Wer etwas abgibt, zahlt eine kleine Spende – eine Garantie gibt es dafür allerdings nicht. Es wird erwartet, dass sich der Besucher – sei es mit Worten oder Taten – an der Reparatur beteiligt.
Wann und wo? Jeweils am letzten Freitag des Monats in der Zeit von 16 bis19 Uhr im Pavillon der Alsterdorf Assistenz West, Weimarer Straße 79. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Nächster Termin: 29. März.

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