Die Veddeler Buslinie: Bis zu seinem Endhaltepunkt am Berliner Tor fährt der 154er sechs Haltestellen an (unter anderem Ausschläger Weg und Süderstraße). Foto: cvs

Die S-Bahn fährt nicht, der Bus ist zu voll: Wer als HVV-Nutzer regelmäßig zwischen den S-Bahnhöfen Veddel und Berliner Tor unterwegs ist, muss sich immer mal wieder auf längere Wartezeiten einstellen. „Die HVV-Anbindung ist eine echte Katastrophe“, schreibt Wochenblattleser Rainer M. (Name der Redaktion bekannt).
Das Problem: Sobald eine Bahn ausfällt, sind die Fahrgäste gezwungen, auf den 154er Bus auszuweichen. Dieser verkehrt zwar ebenfalls zwischen Veddel und Berliner Tor – allerdings nur alle 20 Minuten. „Der Bus ist jedesmal schnell voll, und wer Pech hat, kommt nicht mehr mit“, so die Kritik.
Einzige Alternative sei ein Fußmarsch zum neuen U-Bahnhof Elbbrücken – Dauer: mindestens 15 Minuten. Oder auf die nächste Bahn warten – was schon mal eine halbe Stunde dauert. Das gleiche Problem bestehe in umgekehrter Fahrtrichtung. „Das sind Zustände wie auf dem Land und nicht wie in einer Großstadt“, findet Rainer M.

Im Normalbetrieb ist der
20-Minuten-Takt passend zum Fahrgastaufkommen
Rainer Vohl,
HVV-Sprecher

Laut Plan fährt die Buslinie 154 (Harburg – Berliner Tor) werktags in einigen Abschnitten alle zehn Minuten, nicht jedoch zwischen Veddel und der Hamburger City. „Im Normalbetrieb, das heißt, ohne S-Bahn-Störung, ist der 20-Minuten-Takt passend zum Fahrgastaufkommen“, begründet HVV-Sprecher Rainer Vohl die großzügig terminierten Abfahrtszeiten. Zudem helfe bei einem S-Bahn-Ausfall noch nicht einmal ein Fünf-Minuten-Takt weiter, da der 154er nicht auf solche Fahrgastmengen eingerichtet sei.
Durchschnittlich ein- bis zweimal pro Woche fällt nach Angaben der betroffenen HVV-Nutzer eine S-Bahn aus. Nicht immer wird in solchen Fällen ein (Bus-)Ersatzverkehr eingerichtet – vor allem dann nicht, wenn es sich um ein vorübergehendes Problem handelt. Ein weiteres Ärgernis: Auch die (Ausweich-)Linie 154 bietet zurzeit keine schnelle Verbindung zwischen Veddel und Berliner Tor. Grund: Die separate Busspur wird gerade repariert – der Bus muss also im normalen (Berufs-)Verkehr mitfahren.
Der HVV verspricht, das Ganze noch einmal zu überdenken: „Geprüft wird, ob es unter der Voraussetzung einer wieder freigegebenen Bustrasse auf diesem Abschnitt eine Taktverdichtung geben kann“, so Vohl. Wann diese Trasse wieder freigegeben werde, sei jedoch derzeit nicht bekannt.

2 KOMMENTARE

  1. Angebot und Nachfrage. Ich selbst nutze den 154er so gut wie nie, weil der 13er so unpünktlich ist, dass man viel früher losfahren muss und dann wahlweise dennoch den 154er verpasst oder lange auf ihn warten muss. Bei einem 10-Minuten-Takt wäre das schon ein klein wenig attraktiver. Die S3 ab Veddel nutzt ja niemand gerne, so überfüllt und unzuverlässig wie sie ist.

  2. Wie wäre es, auf der westlichen Seite vom S-Bahnhof Veddel eine Buskehre einzurichten und den 111er bis dorthin fahren zu lassen? Dann hätte man eine weitere Alternative, schnell in die Stadt und zur Hafencity zu kommen.

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