Freude über so viel Ehrlichkeit: Friederike Schwerdtmann und Tochter Toril mit Aboubacar Sylla und Polizeihauptkommissar Axel Paust vorm Polizeiposten Finkenwerder. Foto: wit

Von Wolfgang Wittenburg.

So viel Geld hatte Toril (5) noch nie gesehen. Als die Vorschülerin zusammen mit ihrer Mutter Friederike Schwerdtmann (38) vom Einkaufen kam, fand sie neun 100-Euro-Scheine auf dem Gehweg der Ostfrieslandstraße. „Toril hat sofort angefangen, sie aufzusammeln. Ich dachte im ersten Moment, es wäre Spielgeld und habe meiner Tochter gesagt, dass sie damit Kaufmannsladen spielen kann“, so die Mutter. Zu Hause aber stellte Friederike Schwerdtmann fest, dass es sich bei dem Fund um echtes Bargeld handelt.
Flugs machten sich Mutter und Tochter auf zur Polizei-Außenstelle. Dort hatte Lagerarbeiter Aboubacar Sylla (53) aus Altona den Verlust seines Geldes bereits gemeldet. „Ich bin überglücklich und der kleinen Toril von ganzem Herzen dankbar“, sagte Aboubacar Sylla, der Torils Mutter einen Blumenstrauß und der jungen Finder ein einen Finderlohn schenkte. „Für mich ist die kleine Toril eine große Heldin.“
Seinen Pechtag, der zum Glückstag wurde, wird der seit 20 Jahren in Hamburg lebende Sylla nie vergessen: Er war in Panik, weil seine Frau aus Mali angerufen hatte, da dort der sechs Monate alte Sohn erkrankt war und sie dringend Geld für die ärztliche Behandlung des Babys brauchte. Daraufhin war der Afrikaner zur Bank geeilt, hatte 900 Euro abgehoben und lose in seine Manteltasche gesteckt …
Von der Polizei bekam Toril zum Dank für ihre Ehrlichkeit von Hauptkommissar Axel Paust (56), dem stellvertretenden Revierleiter des übergeordneten PK 47 in Neugraben, ein kleines Kuscheltier und eine DVD mit Geschichten vom Verkehrskasper überreicht.

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