Vom A380 konnte Airbus nicht die erhofften Stückzahlen verkaufen. Foto: wikimedia/Roger Green

Airbus stellt Produktion des Großraumfliegers ein –
bis 2020 keine Entlassungen bei Stammbelegschaft möglich

Von Wolfgang Wittenburg.

Um die Startbahn für den A380 herzurichten, hatte der Hamburger Senat unter Bürgermeister Ole von Beust weder Aufwand noch Mühen gescheut. Ein Naturschutzgebiet wurde zerstört, Flächen wurden enteignet, der Stadtteil Neuenfelde nahezu aufgegeben. Jetzt teilte Airbus mit, dass die Produktion des Großraumfliegers mangels Nachfrage 2021 eingestellt wird.
„Ich denke nicht, dass Beschäftigte ernsthaft befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Wir haben genug Arbeit für alle! Trotzdem ist jeder bei Airbus Stolz auf den A380. Auch von vielen Passagieren gab es positive Rückmeldungen“, meinte Sophia Kielhorn, Betriebsratsvorsitzende Airbus Operations Hamburg (35), seit 2004 bei Airbus.
Der Gesamtbetriebsrats-VorsitzenderAirbus Operations Jan-Markus Hinz (45, seit 1990 bei Airbus) ergänzt: „Für alle Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren Arbeitskraft, Knowhow und dazu Herzblut in die Produktion gesteckt haben, ist der Schreck groß. Noch haben wir keine genauen Zahlen und die sind Grundlage für alles weitere.“ Sein Fazit: „Wir müssen abwarten und dann sehen, was das für den Airbus-Standort Deutschland bedeutet. Unser klares Ziel ist, dass jeder Beschäftigte nach seiner Qualifikation bei Airbus eingesetzt wird.“
Rund 1.000 der insgesamt 12.500 Mitarbeiter in Finkenwerder sind vom A380-Aus betroffen. Sie haben in Sektions- und Ausrüstungsmontage des A380 gearbeitet, dazu kommen Kabinenausstattung, Lackierung und der zweite Teil der Endmontage. Welche Auswirkungen hat das für den Standort? „Die Einstellung des A380-Programms bis 2021 wird dazu führen, dass viele Kollegen bei Airbus direkt einen neuen Arbeitsplatz benötigen werden. Durch unseren Zukunftstarifvertrag sind zumindest die Stammbeschäftigten bis Ende 2020 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt“, erläutert Emanuel Glass (IG Metall). „Anders sieht die Situation bei den Leiharbeitnehmern aus. Hier ist die Gefahr sehr groß, dass es zu Abmeldungen kommen wird. Bei Werkvertragsmitarbeitern und Mitarbeitern bei Zulieferern sind die Folgen noch nicht absehbar.“

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