Das Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium wurde 1897 als „Höhere Mädchenschule“ gegründet. Namensgeberin Emilie Wüstenfeld (1817 – 1874) war eine Hamburger Frauenrechtlerin, die sich für Mädchen- und Frauenbildung einsetzte. Foto: ajepbah / Wikimedia Commons

Ch. v. Savigny, Eimsbüttel

In diesem Sommer sollen die Schüler des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums (EWG) an der Bundesstraße ihre Sachen packen. Grund: Die Schule wird aufwändig saniert, vor Ort ist in nächster Zeit kein Unterricht mehr möglich. Doch während die Fünft- bis Siebtklässler in einen unweit gelegenen Neubau in der Gustav-Falke-Straße umziehen, müssen die rund 600 Schüler der 8. bis 12. Klasse ab dem Schuljahr 2019/2020 mit der Kurt-Tucholsky-Schule in der Eckernförder Straße (Altona) vorlieb nehmen.

Dieses Vorhaben der Schulbehörde (BSB) stößt bei Eltern wie auch Schülern auf deutliche Kritik: Der Weg bis in die Eckernförder Straße sei unnötig weit, sagen die EWG-Schülervertreter, die auf der Plattform www.openpetition.de ein Beteiligungsverfahren gestartet haben. Die Nachteile aus ihrer Sicht: Die gute Schülergemeinschaft werde auseinandergerissen, gegenseitige Hausaufgabenhilfe oder AG-Betreuung müssten auf Grund der Entfernung möglicherweise wegfallen. Durch die unvermeidliche Pendelei der Lehrer könne mehr Unterricht ausfallen. Für viele Schüler verlängere sich der Schulweg, eventuell wären auch neue und teurere Monatskarten vonnöten.

Als Alternativlösung schlagen die Schüler die Gewerbeschule G2 (Ecke Bundesstraße/Beim Schlump) vor, die ebenfalls ab kommendem Sommer frei wird. Die Vorteile liegen nach Angaben der Schülerschaft auf der Hand: kürzere Wege, besser und großzügiger geschnittene Schulräume, mehr Möglichkeiten, mittags irgendwo einzukehren. Laut Google Maps beträgt die Entfernung zur Kurt-Tucholsky-Schule etwas über zwei Kilometer – die zur G2 jedoch nur rund 250 Meter.

Die BSB lehnt den Schülervorschlag allerdings ab: „Die G2 ist als Ausweichquartier nicht geeignet, weil es sich dort nicht um richtige Schulräume handelt“, sagt Behördensprecher Peter Albrecht. Man habe dort nicht im klassischen Sinne unterrichtet, sondern handwerklich ausgebildet. Zudem könne man den Mittel- und Oberstuflern ruhig mal einen etwas längeren Schulweg zumuten. „Wir haben das bereits beim Kaifu- und beim Helene-Lange-Gymnasium so gehandhabt und damit gute Erfahrungen gemacht“, so Albrecht. Der Elternrat des EWG habe dem geplanten Umzug an die Eckernförder Straße bereits zugestimmt.

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