Die Sportanlage am Opferberg. Foto: HNT

Die Hausbruch-Neugrabener-Turnerschaft (HNT) hat ein Problem. Die Zuschüsse, die der Verein von der Stadt für den Unterhalt der Sportanlage am Opferberg erhält, reichen nicht, um damit die tatsächlichen Kosten zu decken. „Wir brauchen eine Anpassung“, fordert Mark Schepanski vom Präsidium der HNT. „Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kann nicht die Lösung sein.“
Als die HNT im Jahr 2012 die städtische Sportanlage am Opferberg übernahm, waren beide Seiten zufrieden. Der Verein konnte sich so langfristig eine eigene Sportanlage sichern, die chronisch klamme Stadt sparte Geld. Details wurden in einem Sportrahmenvertrag geregelt, dessen Vorgaben die Stadt mit dem Hamburger Sportbund ausgehandelt hatte.
Demnach erhält ein Verein einen Zuschuss in Höhe von 90 Prozent der Betriebskosten und 50 Prozent der Personalkosten, die die Stadt 2004 (!) für die Sportanlage aufgewendet hat. Bei der HNT sind dies rund 42.000 Euro im Jahr. Anfangs ging die Rechnung auf. Mark Schepanski: „Die HNT hat gute Konditionen bei Dienstleistern erhalten. Die Stadt konnte solche Verträge nicht abschließen. Außerdem sind bei uns die Personalkosten um rund die Hälfte geringer als bei der Stadt.“ Die HNT arbeitet mit „geringfügig Beschäftigten“, die flexibel eingesetzt werden können.

Die Stadt spart durch die Überlassung an die HNT rund 40 Prozent der zu erwartenden Kosten
Mark Schepanski,
Präsidium HNT

Doch die Zuschüsse an die HNT – und an alle anderen Vereine, die einen Sportrahmenvertrag abgeschlossen haben – wurden nie an die gestiegenen Betriebs- und Personalkosten angepasst. „Die Stadt spart durch die Überlassung an die HNT derzeit rund 40 Prozent der aktuell zu erwartenden
Kosten“, sagt Mark Schepanski.
Im Bezirk Harburg werden zur Zeit fünf städtische Sportanlagen über Sportrahmenverträge langfrstig durch Vereine betrieben: Kiesbarg (FC Süderelbe), Moorburg (Moorburger TSV), Marienkäferweg (GW Harburg), Arp-Schnittger-Stieg (SV Este 08) und der Opferberg (HNT).

In allen Fällen sind die tatsächlichen Kosten deutlich höher als die Zuschüsse. Der FTSV Altenwerder musste die Sportanlage Jägerhof im Jahr 2017 wieder zurückgegeben.
Wie haben sich auf städtischen Sportanlagen die Betriebs- und Personalkosten seit 2004 entwickelt? Aktuelle Zahlen fehlen. „Die Kostenentwick-lung wird derzeit durch das Bezirksamt ermittelt“, sagt Dennis Imhäuser (Bezirksamt Harburg).
Plant die Stadt, die Zuschüsse für die Vereine, die Sportanlagen über Sportrahmenverträge betreuen, zu erhöhen? Die zuständige Behörde für Inneres und Sport war zu keiner Stellungnahme bereit und verwies auf das Bezirksamt Harburg. Dort hieß es: „Dies wird derzeit ergebnisoffen geprüft.“

 

Interview mit Mark Schepanski

Mit ihren über 5.100 Mitgliedern zählt die Hausbruch-Neugrabener-Turnerschaft zu den größten Sportvereinen in Hamburg. Im Wochenblatt – Interview spricht Mark Schepanski (Foto), im HNT-Präsidium für den Bereich Sport zuständig, über Ziele und Herausforderungen.

In Süderelbe entstehen Tausende neuer Wohnungen, in denen schon bald viele Menschen leben werden. Wie bereitet sich die HNT auf die künftigen Mitbürger vor? Die HNT wird mit den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung konstruktiv für die Sozialraumentwicklung mitarbeiten.
Die vereinseigenen Hallen und Plätze werden/sind saniert und in einem guten Zustand. Weitere Sportangebote werden auf dem Vereinsgelände entwickelt. In Planung ist ein Bau einer weiteren eigenen Sporthalle! Zudem werden kleine Funktionsräume für den Gesundheits- und Breitensport gesucht.

Im geplanten Quartier Oberbillwerder wird überlegt, ob in Zusammenarbeit mit der TSG Bergedorf eine „Sport-Grundschule“ eingerichtet werden kann. Wäre das auch für den Bereich Süderelbe vorstellbar? Hätte die HNT Interesse daran, an so einem Modell mitzuarbeiten? Die HNT kooperiert mit allen Schulen in Süderelbe. Die HNT hat rund 85 Schulkooperationen pro Woche. Mit der Partnerschule des Nachwuchsleis-tungssports, STS Fischbek-Falkenberg, kooperieren wir von Beginn an. Die Leistungssportentwicklung ist nur im Verbund Schule-Verein-Verband möglich!

Die HNT deckt in Süderelbe alle sportlichen Bereiche ab. Müssen sich kleinere Nachbarvereine damit begnügen, Nischen zu besetzen? Wie arbeiten Sie mit Nachbarclubs zusammen? Jeder Verein entwickelt sich nach eigenen Möglichkeiten. Mit dem FTSV Altenwerder betreiben wir zum Beispiel eine Spielgemeinschaft im Bereich Tischtennis.
Ansonsten findet im Rahmen der ARGE-Sitzungen ein Austausch mit allen Harburger Vereinen statt.

Andere Top-Sportvereine in Hamburg betreiben eigene Kitas – mit denen Geld verdient wird. Ist das auch ein Weg für die HNT? Die HNT beabsichtigt kurzfristig keinen eigenen Kita-Betrieb!
Langfristig könnte mit der Entwicklung eines großen Sporthauses am Opferberg eine Sport-Kita entwickelt werden.

Über die HNT

Die HNT deckt mit ihren Angeboten im Breiten- und Leis-tungssport, aber auch im Reha- und Gesundheitssport nahezu alle Bewegungsfelder ab. Das Vereinsgelände unmittelbar zwischen der Cuxhavener Straße und der Sportanlage Opferberg mit zwei Sporthallen, einer Tennishalle, sechs Tennisplätzen, einer großen Beachvolleyballanlage und einem Kunstrasenplatz ist das Herzstück des Vereins.
Die HNT punktet mit:
– integrativer Sozialarbeit (etwa Mitternachtsbasketball, Mitternachtsfußball)
– dem Volleyball-Nachwuchsleistungszentrum
– FitHus
– Reha: Schlaganfall-Gruppe, Sport für Menschen mit beginnender Demenz,
– der günstigen Beitragsstruktur
– dem Programm „Kids in die Clubs“, das aktuell 150 Kindern aus sozialbenachteiligten Familien eine kostenlose Mitgliedschaft ermöglicht

Die HNT beschäftigt rund 30 hauptamtliche Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Geschäftsführer ist seit 2013 Mark Schütter. Das dreiköpfige Präsidium (Karen Hacker, Reinhold Stehr, Mark Schepanski) arbeitet komplett ehrenamtlich.

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