Die Reiherstieggemeinde kann sich den Betrieb der Paul-Gerhardt-Kirche nicht mehr leisten. Foto: cvs

Noch in diesem Frühjahr wird die 1961 eingeweihte Paul-Gerhardt-Kirche an der Georg-Wilhelm-Straße abgerissen. So hatte es der Kirchenvorstand bereits vor zehn Jahren beschlossen.
Hintergrund ist der Mitgliederschwund: Innerhalb der letzten 17 Jahre – damals hatte sich die Paul-Gerhardt- mit der Emmaus-kirche in der Mannesallee zusammengeschlossen – ist die Zahl von 17.000 auf rund 4.000 geschrumpft. Die fusionierte Reiherstieggemeinde kann sich die vielen Gebäude nicht mehr leisten. Ende Januar war die Paul-Gerhardt-Kirche von Bischöfin Kirsten Fehrs entweiht worden.
Gleichzeitig wird am Sonntag, 31. März, das neue Gemeindezentrum an der Emmauskirche feierlich eröffnet. Den Auftakt bildet der Gottesdienst um 10 Uhr. Pastor Vigo Schmidt legt Wert auf die Feststellung, dass der Termin auf den Sonntag „Laetare“ („Freue dich“) fällt. „Es ist der gleiche Sonntag, an dem auch 1954 die Emmauskirche eingeweiht wurde“, so Schmidt.

4.000
Mitglieder
hat die Gemeinde noch, es waren einmal mehr als
17.000.

Schwerpunktmäßig werde sich das neue, kirchliche Zentrum um das Thema „Eltern, Kinder und Familien“ kümmern. Die Evangelische Familienbildung soll mit einer Zweigstelle einziehen und vor Ort Babymassage anbieten. Auch mit dem Träger „Alsterdorf Assistenz Ẃest“ ist eine Kooperation geplant. Dieser ist künftig für den Betrieb des Kirchencafés zuständig. Ebenso sind bereits Ende Dezember die Kita der Reiherstieggemeinde und das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ) in das Gemeindezentrum (Nutzfläche: über 1.000 Quadratmeter) eingezogen.
Auf dem Gelände der früheren Paul-Gerhardt-Kirche, das der Kirchenkreis Hamburg-Ost in Erbpacht übernommen hat, entstehen innerhalb der nächsten Jahre rund 60 Mietwohnungen. Als Einzugstermin wird das Jahr 2024 anvisiert. Aus den Mieteinnahmen finanziert die Reiherstieggemeinde unter anderem die Stelle eines Inselkantors.
Auch nach dem Abriss des Gotteshauses wird ein Teil des Inventars an anderen Stellen weiter verwendet: So sollen die Glocken künftig im Turm der Altruppiner Kirche läuten, Orgel sowie Kirchenbänke wurden bereits nach Polen verschickt. Das Abendmahlgeschirr war nach der Entweihung zur Emmauskirche hinübergetragen worden, um dort eine neue Bestimmung zu finden.

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