Franca Cuneo ist die Chefin des 1905 von ihrer Familie gegründeten legendären Italieners in der Davidstraße. Foto: pr
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H. Baumann, Schanzenviertel

Das besondere Flair von St. Pauli hat viele spannende Frauen angelockt, die als Wirtinnen, Musikerinnen oder auch Nonnen ihren Kiez maßgeblich mitgestalten. Die Spannbreite der Frauen, die Ras­mus Gerlach für sein ungewöhnliches St. Pauli­-Por­trät getroffen hat, reicht von Burlesque-­Performerin Eve Champagne über die legendäre Kneipenwirtin Rosi von Rosis Bar und ihr junges Gegenstück Betty Kup­sa, „Barfrau des Jahres 2016”, bis hin zu Franca Cuneo, Chefin des 1905 von ihrer Familie gegründeten legendären Italieners in der Davidstraße, dem Megafon-Chor und einer Aktionskünstlerin, die zu G20 auf einen Polizeipanzer klettert. Sie und viele unerschrockene Frauen mehr sind mit Herz und Seele Reeperbahnerinnen und haben ein liebevoll ab­geklärtes Verhältnis zum bunten Treiben rings um sie herum. Wie auch die Musikerinnen der Liverbirds, die in den 1960er-­Jahren nach Hamburg kamen und nie wie­ der fort gingen … obwohl Bassistin Mary Dostal eigent­lich Nonne werden wollte. Gemeinsam mit Bernadette La Hengst liefert sie nun den Soundtrack für den Film.

Breiten Raum in „St. Paulis starke Frauen“ nehmen tatsächlich echte die Nonnen auf St. Pauli ein. Rasmus Gerlach: „Die ,Schwestern der Barmherzigkeit’ leisten praktische Sozialarbeit rund um die Reeperbahn – normalerweise ohne Kameras. Es war eine große Ausnahme, dass ich mit ihnen filmen durfte, weil wir uns schon lange kennen. Sie haben einen kleinen Garten vor dem Kloster gegenüber dem St. Pauli-Stadion. Er ist nur wenig mehr als einen Quadratmeter groß – da haben wir uns als ,Zaungäste’ kennen- und schätzengelernt.“

Mary Dostal war kürzlich bei einer Vorstellung im Abaton zu Gast, in deren Anschluss Philip Grassmann, neuer Geschäftsführer des Programmkinos, sagte: „Mir gefällt der Film, weil er mutige und starke Frauen zeigt, die sich auf ihrem Lebensweg nicht von den herrschenden Verhältnissen unterkriegen lassen. Dass passt auch gut zum geplanten bundersweiten Frauenstreik am 8. März. Ich habe Sympathien für die Aktion, weil ich alles unterstütze, was dazu führt, Gleichberechtigung zu erreichen. Und bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“

Der Film wird zum Weltfrauentag am 8. März bundesweit in die Kinos kommen. Er wird zuvor noch einige Male im Abaton und anderen Hamburger Kinos zu sehen sein.

❱❱ „St. Paulis starke Frauen“ von Rasmus Gerlach
nächste Vorstellung So, 17. Februar, 17 Uhr
3001 Kino, Schanzenstraße 70 vorher Führung auf den
Spuren der Liverbirds
15 Uhr, Treffpunkt Hotel Pacific Neuer Pferdemarkt 30-31
Weitere Termine unter www.sankt-paulis-starke-frauen.de

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