Nachdem sie Böcke als Opfertiere schlachteten, berührten die Priester mit dem noch blutigen Messer die Stirnen von Jünglingen, womit vermutlich an frühere Menschenopfer erinnert werden sollte. Im Anschluss an die Verspeisung der geopferten Böcke, banden sich die ansonsten nackten Priester die Felle der Opfertiere um die Hüften und schnitten aus dem Rest der Felle Riemen. Draußen auf der Straße ließen sich verheiratete Römerinnen mit diesen Riemen in die Hände schlagen, denn dies sollte Ehe- und Kindersegen bringen. Bereits am Vortag wurden der Göttin Juno, der Beschützerin von Ehe und Familie, die Altäre geschmückt und auch die Frauen innerhalb der Familien wurden mit Blumen beschenkt. Ob das hier beschriebe Reinigungs- und Fruchtbarkeitsritual der „Lupercalien“, das die alten Römer in der Mitte des Februars zelebrierten, wirklich in einem direkten Zusammenhang mit dem Valentinstag steht, ist nicht bekannt. Aber die Feier konnte sich noch bis ins 5. Jahrhundert als letztes heidnisches Ritual in Rom behaupten.

Als dieses schöne Fest abgeschafft worden war, trat der Gedenktag des christlichen Märtyrers St. Valentin an seine Stelle. Valentin soll als Bischof dafür bekannt gewesen sein, dass er Blumen aus seinem Garten an Ehepaare verschenkte, die er trotz Verbot christlich getraut haben soll. Der Valentinstag wurde zum Tag der Liebenden. Im Gedicht Parlament der Vögel“ des mittelalterlichen Dichters Geoffrey Chaucer heißt es:

„Ihr wißt, nach meinem Willen und Befehle
Kommt Ihr am Tag vom heil’gen Valentin,
Um, wie ich Euch mit Lust dazu beseele,
Euch hier zu paaren und dann fortzuziehn.“

In England etablierte sich der Brauch, am Vortag von St.Valentin Paare („Valentin“ und „Valentine“) per Losziehung zusammenzuführen, die sich dann Gedichte schrieben oder Geschenke machten. William Shakespeare lässt in seinem Stück „Hamlet“ Ophelia davon träumen, dass sie Hamlets Valentine werde. Von England aus gelangte der Valentinstag, als Festtag der Liebenden, in die Neue Welt und wurde ab dem 20. Jahrhundert global zelebriert.

Doch er stößt nicht überall auf Gegenliebe. Trotz oder gerade wegen der Popularität dieses Tages, ist seine Zelebrierung in mehreren islamisch geprägten Ländern verboten, da er hier als unsittlich und unmoralisch gilt. Eine Fatwa in Saudi-Arabien bezeichnet den Valentinstag gar als „Vorhof der Hölle“. Der Verkauf von roten Geschenkartikeln ist z.B. im Iran oder in Pakistan rund um den 14. Februar tabu und wird von der Religionspolizei verhindert. In Malaysia und Indonesien werden am Valentinstag regelmäßig Polizeirazzien durchgeführt, um unverheiratete Paare aufzuspüren und festzunehmen.

Die Schiller Killer

Und was macht die Liebe im Hier und Jetzt aus? Dies fragt sich die Improtheatergruppe Schiller Killer. Ist es eine Tinderüberraschung, sind es öffentliche Kuppelshows oder ist es am Ende doch Gott Amor, dessen Pfeile das Liebesglück bestimmen? Die Schiller Killer wollen es herausfinden und laden ein zur Valentinsshow „Liebe für alle“ am Samstag, den 16. Februar um 20 Uhr im Klabauter Theater (Jungestraße 7a – nahe Berliner Tor). Hierbei gelten natürlich die Gesetze des Improvisationstheaters: Nichts ist so geprobt worden, die Inspirationen des Publikums helfen dabei, eine einmalige Show zu kreieren. Der Eintritt kostet 8 €, ermäßigt 6 €.

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