Das Restaurant „Köz Urfa“ gibt es seit 2003 an dieser Stelle. Vor sechs Jahren wurde es auf über 200 Sitzplätze erweitert. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Altona

Rund um das Restaurant „Köz Urfa“ am Paul-Nevermann-Platz riecht es häufig nach Grillkohle und nach gebratenem Fleisch – wie es eben bei einem Lokal mit Holzkohlegrill üblich ist. Doch nicht alle finden das gut: „Mein Hals kratzt gewaltig, und ich habe ständig leichte Übelkeit durch die sehr unangenehme starke Rauchbelastung“, berichtet Anwohnerin und Elbe Wochenblatt-Leserin Ina Rickers. Insbesondere abends und am Wochenende scheinen die Abgase aus den Schornsteinen des stark frequentierten Holzofenrestaurants auf die (Geruchs-)Nerven zu gehen. Betroffen sind offenbar die Präsident-Krahn-Straße und die Gegend rund um den Rewe-Supermarkt an der Max-Brauer-Allee. Windrichtung und Temperatur spielen dabei eine wichtige Rolle – mal zieht der Qualm ab, mal eben nicht.

Bereits 2012 hatte das Elbe Wochenblatt über das Grill- und Backofendunst-Problem am Altonaer Bahnhof berichtet. An der Ursache hat sich seither nichts geändert: Das „Köz Urfa“ (frei übersetzt mit „Anatolische Glut“) verfügt über zwei Buchenholzöfen, in denen beispielsweise Fladenbrot zubereitet wird. Auf den offenen Kohlegrills brät das Küchenpersonal „Köfte“ (Frikadellen) und Fleischspießchen. „Wir tun bereits alles, was möglich ist, um den Rauch zu reduzieren“, versichert Geschäftsführer Dogan Öztürk. Auf eigene Kosten hat der Restaurantchef die im Hinterhof angebrachten Abluftrohre bis auf Dachhöhe verlängert.

Abluft wird durch
Filter geleitet

Nach Auskunft des Bezirksamts müssen die Schornsteine gar nicht so hoch sein. Und auch sonst scheinen die behördlichen Vorgaben mehr als erfüllt zu werden: „Die Abluft der Holzkohlengrills wird durch mehrere Vorfilter geleitet, die wöchentlich ausgetauscht werden“, berichtet Bezirksamtssprecher Martin Roehl. „Die dahinter liegenden geruchsmindernden Aktivkohlefilter werden etwa alle acht Monate ausgetauscht, und die Abluftableitungen selber werden drei bis viermal im Jahr durch einen Fachbetrieb gereinigt.“ Etwaige Beschwerden von Anwohnern lägen dem Bezirksamt nicht vor.
Das „Köz Urfa“ ist beliebt – nicht nur wegen seiner delikaten Fleischspießchen, sondern auch aufgrund der exzellenten Lage direkt am Bahnhof Altona. Vor einigen Jahren hatte der Inhaber sein Lokal ausgebaut, inzwischen hat es rund 200 Sitzplätze – plus Außentische. Die ganze Aufregung um den geruchsintensiven Ofendunst kann Öztürk zwar verstehen. „Aber so ist das eben“, sagt er. „Ich muss doch auch Geld verdienen.“

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