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Von Andreas Göhring.

Die nächste Großbaustelle mitten in Harburg nimmt Gestalt an. Die Bahn AG plant einen Eisenbahntunnel mit eigenem Bahnsteig für die Regionalpersonenzüge auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Cuxhaven. Mit dem Projekt „Verbindungskurve Harburg“ soll die Fahrzeit um rund fünf Minuten verkürzt werden, weil die Züge im Bahnhof Harburg dann nicht mehr wie bisher die Richtung wechseln müssen. Außerdem sollen auf diese Weise „Kreuzungskonflikte“ mit der Güterbahn entschärft werden.
Bisher gab es die „Verbindungskurve Harburg“ nur als vage Andeutung im Bundesverkehrswegeplan 2030. Details waren nicht bekannt, und auch das Bezirksamt war nicht eingeweiht – obwohl so eine Großbaustelle mitten im Harburger Zentrum vermutlich erhebliche Auswirkungen haben wird.

Das ist ein
Vorgehen nach Gutsherrenart
Britta Herrmann,
Fraktionschefin Grüne

Seit Manuel Sarrazin, Harburger Bundestagsabgeordneter der Grünen, mit ein paar Fraktionskollegen mit Hilfe einer Kleinen Anfrage an den Bundestag nachgehakt hat, ist mehr bekannt. Zunächst war nämlich nicht einmal klar, ob die unterirdische Verbindungskurve auch für den Güterverkehr genutzt werden soll. Das wäre technisch extrem aufwändig und teuer, weil für die schweren Güterzüge andere Maximalsteigungen und Mindestkurvenradien gelten. Klar war auch nicht, ob mit der Verbindungskurve die Personenzüge zwischen Cuxhaven, Stade und Hauptbahnhof künftig einen Bogen um den Bahnhof Harburg machen.
Zumindest das ist jetzt geklärt: „Die Verbindungskurve wird einen unterirdischen Halt beim Bahnhof Hamburg-Harburg erhalten, so dass nach wie vor ein Umstieg auf den übrigen Schienenpersonenverkehr möglich ist. Der neue Bahnsteig liegt nordwestlich der heutigen Bahnsteige.“ So steht es in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Ob mit dem neuen Tunnel tatsächlich die Züge statt im Stundentakt zukünftig halbstündig fahren könnten, ist aber noch nicht klar.
Britta Herrmann, Fraktionschefin der Grünen in der Bezirksversammlung Harburg, begrüßt es einerseits, dass die Regionalzüge weiterhin in Harburg halten. Andererseits kritisiert sie das Vorgehen des Bundesverkehrsministeriums „nach Gutsherrenart“, das den Bezirk Harburg bei den Planungen bisher in keiner Weise informiert habe.

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