An seiner Marmstorfer Wohnung schätzt Joachim Voß besonders den tollen Ausblick. Foto: SL

Wenn Joachim Voß aus dem Fenster seiner Wohnung im neunten Stock schaut, hat er einen weiten Blick. Genau dieser Blick gab auch den Ausschlag, nach mehr als 50 Jahren in Niendorf jetzt nach Marmstorf zu ziehen. „Ich liebe die Berge, diese Weite und diesen großartigen Blick in die Ferne“, schwärmt der Neu-Harburger.
Dabei war es mehr ein Zufall, dass der heute 84-Jährige die Berge überhaupt entdeckt hat. Als junger Versicherungskaufmann plante der gebürtige Altonaer mit einem Freund zusammen eine Reise. „Wo waren wir noch nicht? In den Bergen! Also los“, beschlossen die Freunde. Schon im ersten Urlaub war es um Joachim Voß geschehen.
Auch seine spätere Ehefrau war begeisterte Bergwanderin. Erst zu zweit und später mit den beiden Kindern zog es Familie Voß immer wieder in die Alpen. Doch seine Frau starb schon mit 48 Jahren. Die Kinder zogen aus, und Joachim Voß, damals Abteilungsleiter in einer großen Bank, brauchte eine Idee, um die Leere zu füllen.
Er absolvierte zahlreiche Kurse als Bergwanderführer und bietet seitdem mehrfach im Jahr Wanderungen in den Alpen an. „Ein bisschen spüre ich mein Alter inzwischen schon“, lächelt der hochgewachsene, durchtrainierte Mann. „Daher mache ich auch nur noch zwei bis drei Führungen im Jahr. Und inzwischen stürme ich auch nicht mehr die Gipfel, sondern eher die Almen. Aber solange es noch geht, mache ich auch weiter.“
„Ich war auch im Erzgebirge, in der Sächsischen Schweiz und im Harz, aber die Alpen gefallen mir am besten,“ sagt Joachim Voß. Neben wundervoller Natur und einer sehr abwechslungsreichen Landschaft fasziniert ihn am Bergwandern auch das Abenteuer. Innerhalb weniger Minuten könne sich in den Bergen das Wetter ändern.
Gern erinnert er sich an eine Tour, bei der eigentlich nur zwei kleine Bäche überquert werden sollten. Aber heftige Schauer verwandelten die harmlosen Rinnsale in unüberwindbare rauschende Gebirgsflüsse. Umkehren war nicht möglich. So musste Joachim Voß seine kleine Gruppe zu einer Hütte führen, um dort zu übernachten. „Alles gut gegangen,“ erinnert er sich.
Wenn Joachim Voß nicht gerade wandert, trifft er sich mit seinen Kindern, liest viel, schreibt Romane und löst Kreuzworträtsel. Vor allem aber macht er sich bei jedem Wetter auf, um seine neue Heimat Harburg zu erkunden.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Herr voss, dass Ist ein schöner Bericht von ihnen.

    Leider findet man im alter noch sehr selten Leute, die sich für bergwanderungen interessieren. Sollten Sie mal eine Gruppe zusammenstellen, dann können sie mich informieren.
    Mit freundlichem Gruß und weiterhin viel Spaß
    Karin Michalek

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