Im Jahr 1908 wurde das Johannes-Brahms-Konservatorium gegründet – damals noch im Stadtteil Uhlenhorst. Seit 1980 gibt es eine staatlich anerkannte, musikpädagogische Ausbildung in der Ebertallee. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Groß Flottbek

Amateure lernen von Profis, Profis von Amateuren: Unter seinem neuen musikalischen Leiter Wolf Tobias Müller ist der Chor des Johannes-Brahms-Konservatoriums in ein interessantes Projekt gestartet. Denn neben ausgebildeten Sängern und Musikstudenten sind auch ganz „normale“, am Gesang interessierte Menschen im Chor zugelassen.

„Eine tolle Chance für nicht-professionelle Chorsänger, in einem Ensemble aus ausgebildeten Musikern mitzusingen“, sagt der 27-Jährige. Gleichzeitig bekämen die – oft rein solistisch ausgebildeten – Sänger die Möglichkeit, Erfahrungen als Chormitglieder zu sammeln. „Auf diese Weise entsteht eine ganz neue Mischung“, glaubt Müller.

Geprobt wird ab sofort jeden Mittwoch in der Zeit von 12 bis 14 Uhr im Saal des Konservatoriums (Ebertallee 55). Der Termin ist auf den Studienplan der Studenten zugeschnitten und dürfte daher am ehesten die Rentner und Freiberufler in der Bevölkerung ansprechen.

Wolf Tobias Müller hat selbst viel Erfahrung im Chorsingen und -leiten vorzuweisen: Zwölf Jahre lang – praktisch seine gesamte Schulzeit – verbrachte er bei den Chorknaben Uetersen, einem in Norddeutschland renommierten Knabenchor. „Eine sehr prägende Zeit“, sagt er. „Ohne diese Erfahrung wäre ich nicht zu dem geworden, was ich heute bin.“ Inzwischen leitet er den Kammerchor Uetersen wie auch das Wandsbeker Sinfonie Orchester.

Die beiden Ensembles führen regelmäßig gemeinsam große Oratorien auf. In diesem Herbst steht das Requiem von Verdi auf dem Programm, an dem 120 Sänger und 60 Orchestermusiker beteiligt sind. Am Konservatorium studiert Müller das Fach Orchesterleitung – in wenigen Tagen steht seine Abschlussprüfung an.

Und was wird gesungen im neuen Laien-Profi-Chor des Konservatoriums? Brahms und Mendelssohn stehen auf dem Zettel, ebenso eine Cantate-Domino-Vertonung des zeitgenössischen, baskischen Komponisten Josu Elberdin. „Für die Zukunft könnte ich mir auch Kirchenmusik mit Bandbegleitung vorstellen“, sagt Müller.
Das erste Konzert findet am Montag, 17. Juni, um 19.30 Uhr im Saal des Konservatoriums statt. Zu hören sind A-capella-Werke verschiedener Epochen.

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