Steffen Jörg arbeitet aktiv in der Initiative „St. Pauli Selber Machen“ mit. Foto: kp flügel

KP FLÜGEL, St. Pauli

Für den Verbleib des Schlagermoves auf St. Pauli haben sich SPD und CDU ausgesprochen. Die CDU sieht in dem Event „ein fröhliches und friedliches Aushängeschild für Hamburg“, das „in das Herz unserer Stadt“ gehöre und benennt auch den Grund: „Für Hotels und Gastronomie ist das einer der umsatzstärksten Tage des Jahres.“ Als Erfolg sieht es die SPD an, dass „der Schlagermove 2019 an einem separaten Wochenende stattfindet und nicht gleichzeitig mit anderen Großveranstaltungen gefeiert wird“. Außerdem hätten strenge Auflagen im vergangenen Jahr bereits geholfen, „die Auswirkungen für die Bewohnerinnen und Bewohner auf St. Pauli und in der Neustadt zu reduzieren“.

Gegen den ausschließlichen Verbleib des Großevents auf St. Pauli argumentiert Steffen Jörg, aktiv bei „St. Pauli Selber Machen“. Bei aller Kritik ist es dem 47-Jährigen wichtig zu sagen, dass sich diese nicht gegen den Schlagermove als Einzelevent richtet. St. Pauli sei nun einmal ein Ausgehviertel. „Der Kiez mit der Reeperbahn ist davon geprägt, dass Leute hierherkommen, um Spaß zu haben, um zu feiern.“ Doch müsse berücksichtigt werden, dass dort auch Menschen wohnen.

Die Diskussion um den Schlagermove sei eine symbolische. Es gehe um die Frage, wie viele Events mit den entsprechenden Belastungen vertrage St. Pauli?

Bei der öffentlichen Anhörung im City-Ausschuss seien auch Alternativrouten vorgestellt worden. Bei einigen dieser verworfenen Alternativrouten sei sinngemäß gesagt worden, dass dort Gastronomen, Gewerbetreibende und Anwohner ein hohes Beschwerdepotenzial hätten. Da werde also auf deren Belange geschaut. „Bei dem Schlagermove-Standort St. Pauli wurde das gar nicht erwähnt, dass das ein Entscheidungskriterium sein kann. Das finde ich schon sehr symptomatisch in dieser ganzen Diskussion.“

Was die Zukunft des Schlagermoves betrifft, gebe es bei „St. Pauli Selber Machen“ kein vorgefertigtes Positionspapier. „Gleichwohl würde ich sagen, dass es bei ‚St Pauli Selber Machen‘ einhellig so ist, dass gesagt wird, warum muss dieser immer auf St Pauli stattfinden? Gern könnten mal Modelle diskutiert werden, dass der Move abwechselnd ein Jahr in der Hafen City, ein Jahr in Blankenese, ein Jahr in Pöseldorf und meinetwegen auch ein Jahr in St. Pauli stattfindet. Das wäre eine gerechte Verteilung der Belastungen, die von diesem Großevent ausgehen. Die Leute pinkeln überall hin… Ich kenne viele Bewohner, die regelmäßig das Weite suchen, den Stadtteil verlassen, da sie sich das nicht geben wollen. Das, finde ich, kann nicht sein.“

❱❱ Stadtteilversammlung von „St. Pauli Selber Machen“,
Sonntag, 10. Februar, 15 Uhr Ballsaal im Millerntorstadion, Harald-Stender-Platz 1
www.st-pauli-selber-machen.de

1 KOMMENTAR

  1. Eine Alternativroute könnte vom Heiligengeistfeld über die Stresemannstraße und der Max-Brauer-Alle führen. Durch die Menge an freigesetztem Harnstoff würde auch die Stickoxid-Problematik in diesen Straßen minimiert. (Selektive katalytische Reduktion)

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